Indischer Konvent als spirituelle Unterstützung

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Beim Gottesdienst im Himmelsgarten erzählt Schwester Emestina die Geschichte der Congregation.
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Beim Gottesdienst informiert Generaloberin Emestina des Ordens „Dienerinnen der Armen“.

Schwäbisch Gmünd. Es war ein ganz besonderer Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt, der am Donnerstag am Kreuztisch im Himmelsgarten zelebriert wurde. Neben Pfarrer Markus Schönfeld von der Seelsorgeeinheit Limeshöhe gestaltete auch die Generaloberin des Ordens der Dienerinnen der Armen, Schwester Emestina aus Kerala in Indien, die feierliche Messe mit anschließender Öschprozession.

Sie schilderte, dass der Orden seit über 30 Jahren eine enge Partnerschaft zur katholischen Kirchengemeinde St. Maria in Schwäbisch Gmünd hat.

Konvent in Schwäbisch Gmünd

Und nun ein Konvent in der Stauferstadt gegründet wird mit indischen Ordensschwestern.

Schwester Emestina ging auf die Geschichte des Ordens ein, der sein 50-jähriges Bestehen bereits feiern konnte. Die „Congregation Dina Sevana Sabha“ (Ordenskürzel: DSS) wurde am 1. Juni 1969 von der in Oelde 1924 geborenen Paula Katharina Mönnigmann mit acht jungen Mädchen in der indischen Stadt Pattuvam im Bundesstaat Kerala als religiöse Gemeinschaft gegründet und ist inzwischen eine der größten Ordensgemeinschaften Indiens. Der Vatikan hat den Orden „Dina Sevana Sabbah“ – „Dienerinnen der Armen“ 2003 als Orden Päpstlichen Rechts anerkannt.

Paula Mönnigmann hatte sich 1952 zunächst den Ursulinen angeschlossen und war, als Schwester Petra, Lehrerin in einem Internat des Ordens in Werl. 1966 ging sie in die Missionsarbeit nach Indien, wurde an einem Caritas-Krankenhaus in Kerala tätig und begann mit der praktischen Fürsorge auf dem Land.

Die in der Küstenebene von Malabar/Südindien gegründete neue Gemeinschaft widmete sich zunächst der Betreuung kranker und hilfsbedürftiger Menschen, versorgte Leprakranke, bald aber auch Behinderte, Alte, Waisenkinder und HIV-infizierte Menschen. Schwerpunkte sind der Kampf gegen den Hunger, die Gesundheitsförderung, Bildungsförderung und Berufsausbildung.

Das rasante Wachstum des Ordens hat Schwester Petra selbst nicht mehr erleben können: Sie führte ihn nur sieben Jahre, denn sie starb Pfingsten 1976 mit vier Mitschwestern bei einem Verkehrsunfall in Indien.

Heiligsprechung eingeleitet

Ein Heiligsprechungsprozess für die Ordensgründerin ist eingeleitet. Heute zählt der Orden rund 650 Schwestern und etliche Novizinnen und Postulantinnen in über 90 Stationen in ganz Indien. Seit 1989 wird der Orden von indischen Generaloberinnen geführt, neun Konvente gibt es bislang in Deutschland.  Insgesamt 26 Schwestern versehen dort ihren Dienst in Krankenhäusern, Altenheimen und Gemeinden.

Auch in Schwäbisch Gmünd werden Ordensschwestern künftig in einem Konvent sein und ehrenamtliche Dienste für die Pfarrgemeinde St. Maria und an der Klinik verrichten. So schilderte es die Generaloberin Schwester Emestina aus Pattuvam, Kerala, Indien beim Gottesdienst am Sonntag im Himmelsgarten.

Pfarrer Schönfeld dankte für die Unterstützung, die der Kirchengemeinde durch die Ordensschwestern künftig zuteil wird.  Er erinnerte an die vorherige Lesung: „Geht in alle Welt zu allen Völkern.“ Schwester Petra sei nach Indien gegangen - und jetzt kommen indische Schwestern wieder zurück. Wunderbar. Die anschließende Öschprozession hatte zwei Stationen an den Lebenswegen: „Erfülltes Leben“ und „Befreites Leben“. Den Abschlusssegen gab's am Kreuztisch. Anja Jantschik

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