Irritiert über erwartete Eigenleistung fürs Dorfhaus

Das Bauvorhaben im Himmelsgarten ist ein großer Haushaltsposten für Rehnenhof/Wetzgau. .

Gmünd-Rehnenhof-Wetzgau. Zur Vorstellung des Entwurfs für den städtischen Doppelhaushalt für die Jahre 2022 und 2023 konnte Ortsvorsteher Johannes Weiß am Freitag Gmünds Finanzbürgermeister Christian Baron und den Stadtkämmerer René Bantel im Ortschaftsrat begrüßen. Baron sprach von „ungewöhnlichen Zeiten, die sich auch im Haushalt der Stadt Gmünd niederschlagen“. Mit der derzeitigen Coronalage, sei es schwierig langfristig zu planen, derzeit müsse man flexibel an die Aufgaben herangehen.

Die deutsche Wirtschaft befinde sich, trotz hoher Energiekosten und Lieferengpässen, auf Wachstumskurs, erklärte der Kämmerer allerdings sei bei allen Prognosen davon ausgegangen worden, dass die Pandemie bis zum Jahresende „vom Tisch“ sei. Das dies nicht der Fall ist ,belegte Bantel mit beunruhigenden Zahlen, mit einer Inzidenz von 700 habe der Ostalbkreis einen negativen „Spitzenplatz“ erobert. Diese„erschreckende Dynamik“ der Pandemie berge auch für den Gmünder Haushalt eine große Unsicherheit. Rund 18.7 Millionen Euro möchte die Stadt Gmünd trotzdem im kommenden Jahr in bauliche Maßnahmen am Florian, an Schulen und auf dem Hardt investieren, der Neubau des Kinderhauses Kunterbunt steht an und als „großes Thema“ der Breitbandausbau in den „weißen Flecken“. Hierfür müssten 23,5 Millionen Euro gestemmt werden, die Stadt könne hier allerdings auf eine Förderquote von 90 Prozent rechnen.

Dem Ortschaftsrat von Rehnenhof-Wetzgau attestierte Baron, in der „angespannten Haushaltslage“ eine„überschaubare Liste“ an Haushaltsanmeldungen vorgenommen zuhaben. Damit sei der Stadtteil der Bitte gefolgt, „auf Sicht zufahren“. In der unverbindlichen Entwurfsplanung des Doppelhaushaltes der Stadt ist der Bau des Dorfgemeinschaftshauses im Himmelsgarten für das kommende Jahr mit 370 000 Euro und die Sanierung der Franz-Konrad-Straße mit 300 000 Euro für 2022 und 260 000 Euro im Jahr 2023 „komplett vorgesehen“. 19 500 Euro werden im kommenden Jahr in die Parkraumbewirtschaftung am Himmelsgarten investiert, hier sollen drei Parkautomaten angeschafft werden. In der Kinderinsel Rehnenhof soll eine weitere U3-Gruppe eingerichtet werden. 169 300Euro standen dafür in diesem Jahr auf dem Plan, die Restfinanzierung von 50 700 Euro ist für das kommende Jahr vorgesehen. Der Endausbau inklusive Beleuchtung des Baugebiets Wetzgau West II steht mit 250 000 Euro an.

Zu viel Eigenleistung?

Der Ortschaftsrat habe sich sehr in „Haushaltsdisziplin“geübt, meinte der Ortsvorsteher, anhand der momentanen Situation wollte der Stadtteil keine neuen Anmeldungen tätigen. Allerdings seien alle Anmeldungen aus den Vorjahren übertragen worden. Irritiert zeigte sich Johannes Weiß bei der Baukostenaufstellung zum Dorfhaus, die knapp 100 000 Euro „Eigeninvest“ des Ortes beinhalten, Vereine, Ortschaftsrat, Bürger und Firmen hätten signalisiert viel in Eigenleistung zu erbringen, mehr als fraglich sei allerdings, ob der Stadtteil diese Summe stemmen kann. Die Entwurfsplanung der Stadtverwaltung sieht den Baubeginn für das Gebäude für Februar kommenden Jahres vor.

Über das Nachtreffen der Pflegekonferenz für die Ortsteile Rehnenhof/Wetzgau, Lindach und Großdeinbach im Oktober konnte Weiß berichten, es sei vereinbartworden, dass in allen beteiligten Stadtteile wenigstens zwei der angeregten Ziele in naher Zukunft umgesetzt werden sollen. In allen Ortsteilen soll eine Wohnberatung über seniorengerechtes Wohnen abgehalten werden. Auf dem Rehnenhof ist ein Freizeitnachmittag für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige geplant. aro

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