Keine große Sause, eine kleine Geste

+
Narren verteilen Blumen und Süßigkeiten in der Innenstadt
  • schließen

Zusammenkommen, ein Lebenszeichen setzen: ja - eine große Sause in Kriegszeiten: nein. Die Gmender Fasnet bringt etwas Freunde und Farbe in die Gmünder Innenstadt.

SchwäbischGmünd

Eines muss man den Faschingstreibenden in Schwäbisch Gmünd lassen, nach einem zweijährigen Auftrittsverbot haben sich die Mitglieder der Gmender Fasnet zu wahren Improvisationstalentengemausert. Seit zwei Jahren grätscht irgendetwas virusartiges den Planungen der Gmender Fasnet dazwischen, was die Gmünder Narren aber nie davon abhielt, doch auf alternativen Wegen ihre Passion, den Fasching, das damit verbundene bunte Treiben und eine gewisse Glückseligkeit unter die Menschen zu bringen.

Jetzt wäre die Möglichkeit wieder da, den Fasching so richtig in die Innenstadt zu bringen. aber einen Umzug in dieser kurzen Zeit aus dem Boden zu stampfen „genügt unseren Qualitätsansprüchen nicht“, erklärt Eberhard Kucher als Vorsitzender der Gmender Fasnet.

So wurde ein Event in der Stadtmitte geplant, bei dem Guggen, Wefzgen und Garden an verschiedenen Stellen Stimmung und gute Laune verbreiten sollten - bis Bomben auf die Ukraine fielen. Am Donnerstag wurde von den Narren und Gmünds ersten Bürgermeister Christian Baron kurzfristig beschlossen, nur eine abgespeckte Version des bunten Treibens zu veranstalten, aus Solidarität, aber auch um ein Zeichen zu setzen „uns Narren gibt es noch“, erklärt Kucher.

Vor dem Prediger traf sich am Samstagvormittag eine kleine Abordnung der Gmender Fasnet mit Gardetänzerinnen, Vorsitzendem und dem närrischen Schultes, vier Bollerwagen waren prall gefüllt mit Schnittblumen und Süßigkeiten. Auch hier zeigt sich die Faschingsfamilie begeistert über die ihnen entgegengebrachte Solidarität, von den Blumenhäusern Leinmüller, die Blume, Hessenauer und Blumen Lieb seien Blumenspenden gekommen, die Kreissparkasse, die VGW und das Landratsamt versorgten die Narren mit Leckerem für kleine Besucher.Durch die langsam erwachende Innenstadt strömten die Faschingstreibenden sternförmig aus und wurden schon am Marktplatz ausgebremst und freudig begrüßt. Familien mit maskierten kleinen Prinzessinnen, wilden Stieren, Drachen, kleinen Rittern und Indianern freuten sich sichtlich über die Abwechslung in der Innenstadt, die sechsjährige Nami half ihrer Mama, der närrischen Schultes, eifrig beim Blumen verteilen. Große Freude herrschte bei den Ehrenamtlichen der Stadtwerke-Eisarena die mit roten Rosen bedacht wurden und Herbert, der aktuelle Träger des Ordens des ehrwürdigen Temperaments, erhielt als Trost für die erneut ausgefallene Saison einen ganzen Arm voll roter Rosen. Es sei eine schöne Sache, war immer wieder zu hören und immer wieder kamen aufmunternde Worte, „etwas Fasching tut gut“. Die Kinder hatten ihre Freude an den Bonbons, die in Umzugsmanier durch die Luft flogen. Nach einer Stundewaren die Blumen verteilt und das selbst gesetzte Ziel erreicht, „es tut gut, den Leuten sichtbar etwas Freude zu bereiten“ meint Nathalie.

Uns Narren gibt es noch.“

Eberhard Kucher,, Vorsitzender Gmender Fasnet

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Kommentare