Keine Lösung für Degenfelder Grundschüler in Sicht

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Die gesperrte Landesstraße zwischen Weiler und Degenfeld.
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Wegen der Sanierung der Landesstraße zwischen Degenfeld und Weiler sitzen die Grundschüler bis zu drei Stunden täglich im Bus. Das ärgert viele Bürger.

Schwäbisch Gmünd-Degenfeld. Degenfelds Ortsvorsteher Hans-Peter Wanasek hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Seit gut zwei Wochen ist die Landesstraße L 1160 zwischen Degenfeld und Weiler wegen dringender Sanierungsmaßnahmen gesperrt. Wer nach Degenfeld und zurück fahren möchte, muss lange Umwege in kauf nehmen.

Besonders hart trifft es die Degenfelder Grundschulkinder, die normalerweise in sieben Minuten mit dem Schulbus von Degenfeld nach Weiler in die Grundschule und wieder zurück fahren. Fehlanzeige - bis Mitte/ Ende November. Die etwa 15 Mädchen und Jungs von Klasse eins bis vier sitzen täglich bis zu drei Stunden im Bus oder an der Haltestelle. Denn die Busse fahren von Degenfeld über Nenningen, Wißgoldingen, Rechberg, Straßdorf, Waldstetten und Schwäbisch Gmünd nach Weiler. Vor allem für die neuen Erstklässler, die im September in die Schule kommen, sei das schier unzumutbar, erklärt der Ortsvorsteher. Eltern zeigten zwar Verständnis, aber es drehe sich halt nicht um wenige Wochen, sondern um Monate. Zuerst ertrage Degenfeld den Schwerlastverkehr. Jetzt müssten die Bürger mit der belastenden Umleitung leben, damit die Straße gerichtet werden könne, die eben dieser Schwerlastverkehr kaputt mache. Das ärgere viele im Ort, wie Wanasek berichtet. 

Was tun? Schleichwege für Busse freigeben, das funktioniere aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht. Dass Eltern die Kinder morgens über die reguläre Umleitungsstrecke zur Schule fahren, gehe auch nicht. „Viele Eltern sind berufstätig und kriegen das zeitlich einfach nicht unter“, sagt Wanasek. Auch die Schüler aus Degenfeld, die weiterführende Schulen besuchen, hätten das Problem mit der langen Anfahrt. Hinzu kommt, dass die Kinder am Nachmittag in die Musikschule, ins Turnen oder ins Fußballtraining wollen und dies aus zeitlichen Gründen gar nicht mehr hinbekommen, ärgert sich Wanasek. 

Die Gmünder Stadtverwaltung sei dran am Thema und bemühe sich wirklich, doch noch eine Lösung für die Erst- bis Viertklässler zu finden, lobt er. Was den Ortsvorsteher ärgert: dass das Land eine solche Baustelle samt Sperrung ankündige, sich aber im Vorfeld keine Gedanken darüber mache, wie das Ganze vor Ort umgesetzt werden könne. „Es wird am grünen Tisch entschieden“ - fernab der Bürger, fernab von Degenfeld.   

Alternativen überprüft

Dem widerspricht Andrea Panitz, Pressereferentin des Stuttgarter Regierungspräsidiums. Im Zuge der Planung der Baumaßnahme sei nach alternativen Umleitungsstrecken für den öffentlichen Personennahverkehr gesucht worden. „Nach umfassender Prüfung ließ sich leider aufgrund der topografischen Lage keine andere vertretbare und verkehrssichere Verkehrsführung für den Linienbusverkehr umsetzen“, erläutert sie.

Hans-Peter Wanasek hofft, dass sich doch noch irgendeine Lösung, wenigstens für die Grundschulkinder, auftut. Stadtbus Gmünd habe immerhin eine Notfall-Buslinie eingerichtet, sodass die Kinder nicht umsteigen müssten und sicher von Degenfeld nach Weiler und zurück kommen.

In Wißgoldingen wurde nachgebessert. Durch den Ort führt die Umleitungsstrecke. Es wurden Halteverbotsschilder entlang der Durchgangsstraße aufgestellt, damit Laster aneinander vorbei kommen. Die Schilder standen anfangs so auf dem Gehweg, dass Fußgänger mit Kinderwagen und Rollator nicht durchkamen. „Die Schilder stehen jetzt gut“, sagt Wißgoldingens Ortsvorsteherin Monika Schneider. Die Bürger hätten sich an die Umstellung gewöhnt. Deutlich spürbar sei jedoch die Zunahme des Schwerlastverkehrs und folglich auch des Lärmpegels im Ort. Aber: „Es ist absehbar“, sagt die Ortsvorsteherin und hofft, dass die Sanierung im Zeitplan über die Bühne gehe.

Lange Wege von Weiler nach Degenfeld

Die Baustelle:Die Fahrbahndecke zwischen Weiler und Degenfeld wird komplett erneuert, bei Weiler wird die Fahrbahn stabilisiert, weil es immer wieder zu Hangbewegungen gekommen war. Momentan sind die Arbeiten laut Regierungspräsidium im Zeitplan. Das Land investiert rund 3,6 Millionen Euro. Die Sperrung dauert bis Mitte November.

Die Umleitung: Autos und Lastwagen werden in den nächsten fünf Monaten über Schwäbisch Gmünd, Straßdorf, Rechberg und Wißgoldingen und umgekehrt ins Lautertal und zurück gelotst. Viele, die von Aalen kommen oder in diese Richtung fahren, nutzen auch die Strecke über Waldstetten und Wißgoldingen.

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