Klinikdebatte: Fakten vor der Diskussion über Standort

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Ostalb-Klinikum in Aalen, Stauferklinikum in Mutlangen und Virngrundklinik
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  • Jürgen Steck
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Oberbürgermeister und Bürgermeister halten sich mit Bewertung des Personalratsschreibens zu Klinikfusion zurück.

Gmünd/Aalen/Ellwangen. Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting sagt nichts. Im Kreistag habe man verabredet, dass in der Klinikdebatte zunächst die Fakten zusammengetragen werden, bevor man über Standorte diskutiere. Daran werde er sich halten, sagt Brütting zum Schreiben des Gesamtpersonalratsvorsitzenden der Kliniken Ostalb, Dieter Zandel. Dieser hatte sich in einem Brief an die Kreistagsmitglieder für einen Neubau zwischen Aalen und Gmünd und für den Erhalt der Ellwanger Klinik ausgesprochen. Und sich dabei auf Gespräche mit Beschäftigten berufen.

Dem widerspricht Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold: Er habe bei seinen Gesprächen mit den Beschäftigten in Mutlangen nicht den Eindruck gehabt, dass die Beschäftigen einen Neubau wollten. Auch Arnold verweist auf die Vereinbarung, dass Fakten gesammelt werden sollen. Er fügt jedoch hinzu, dass ein Neubau für 500 Millionen Euro oder mehr in dieser Zeit vieler Krisen „nicht vermittelbar“ sei. Und er widerspricht heftig Zandels Bewertung, die Baustruktur an großen Standorten sei „marode“. In Mutlangen werde demnächst eine neue Notaufnahme eröffnet, die onkologische Tagesklinik sei in Betrieb, und die Kita werde gebaut, sagt Arnold, der auch darauf hinweist, dass „die Strukturen der Kliniken weiterentwickelt werden müssen“, aber „nicht über die Aufgabe von Mutlangen und Aalen und auch nicht über einen Neubau“. Auch sie sei über den Begriff „marode“ gestolpert, sagt Mutlangens Bürgermeisterin Stephanie Eßwein. Auch sie verweist auf die neue Notaufnahme und die Kindertagesstätte. Natürlich sehe sie Veränderungsbedarf und gehe „offen“ in die Diskussion. Doch auch aus Eßweins Sicht ist ein Neubau in der aktuellen Krise „nicht zu rechtfertigen“, der Kosten wegen und auch des Flächenverbrauchs wegen.

In Ellwangen übt man sich - wie in Aalen - in Zurückhaltung. Bürgermeister Volker Grab betont, dass man sich an die im Verwaltungsausschuss und Kreistag getroffene Vereinbarung, die Debatte vorerst nur intern zu führen, halten werde. Gleichwohl bezeichnet Grab das Statement des Gesamtpersonalrats der Kliniken als „bemerkenswert“. Da-rin würden „viele richtige Fakten“ genannt. Es werde deshalb „bei der Entscheidungsfindung auch mehr als nur ein Mosaikstein sein“. mil, jhs, rim

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