Guten MorgenBernd Müller über glitzernde Bächlein, mächtige Eisbecher - und ermüdendes Lesen

Klischees am Wegesrand

Nichts Schöneres als mit dem Rad unterwegs, am besten tagelang. Nichts Schlimmeres als die Zeit davor. Nicht weil man so spartanisch packen muss, die quasi lebenswichtige Sitzcreme nicht findet oder ein Loch in der alten Regenjacke entdeckt. Sondern weil man sich ja einlesen will in die Tour. Im Netz natürlich, wo‘s Tourenbeschreibungen üppig gibt.

Und da fängt - nicht bei aller, aber bei viel zu viel Rad-Prosa - das wahre Leiden am Radsport an. Wenn der Bach wahlweise murmelt oder schäumt oder glitzert. Die „Gräser im Wind wiegen“, eine Altstadt natürlich – Sie dürfen raten – na klar, „malerisch“ ist. Gähn. Wenn die „regionalen Köstlichkeiten“ zum Thema werden, rollt die Klischee-Walze richtig los: Die Eisbecher sind mächtig, das Frühstück üppig, der Apfelkuchen wird verschlungen. Und erst das abendliche Bier: „Herrlich, wie das dunkle Gebräu ins Glas bollert und der Schaum eine Krone bildet.“ Wohl bekomm’s!

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