Kneipp-Güsse gegen Stress

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Das bekannte Wassertreten in den Kneipp-Anlagen trägt zur Stärkung des Immunsystems bei.

Sebastian Kneipp wäre jetzt 200 Jahre alt geworden. Was Gmünd plant.

Schwäbisch Gmünd. „Die Natur ist die beste Apotheke“, das wusste der Priester Sebastian Kneipp schon zu seiner Zeit vor genau 200 Jahren. Immer wieder hat er auf Basis neuester wissenschaftlicher Forschungen sein Gesundheitskonzept weiterentwickelt. Das Ergebnis umfasst die fünf Elemente: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Er erkannte, dass ein richtig funktionierendes Immunsystem wichtig für die Selbstheilungskräfte ist.

Beim Kneipp-Verein Schwäbisch Gmünd steht daher in diesem Jubiläumsjahr alles im Namen Kneipps. Doch ein großes Programm ist laut Doris Fritz, stellvertretende Landesvorsitzende des Kneippbunds Baden-Württemberg und Vorsitzende des Gmünder Kneipp-Vereins, nicht geplant. „Man kann sagen, der Verein ist derzeit noch im Schlafmodus.“ Corona sei dabei nicht mal der einzige Grund. Der Verein müsse in neue Hände übergeben werden, doch die Suche nach einem Nachfolger erweise sich als schwer. Vor allem deshalb, da aus Gmünd kaum einer diese Aufgabe übernehmen möchte.

Das sei ihrer Meinung nach schade, da die Naturheilkunde vor allem bei der jungen Generation immer beliebter wird. „Immer mehr Jüngere begeistern sich für das sogenannte Biohacking“, sagt sie. Das bedeutet, dass mit einer Art Training der menschliche Organismus so gesteuert wird, dass er besser und nachhaltiger funktioniert.

Es gibt viele verschiedene Arten, die Kneipp-Therapien durchzuführen. „Die bekanntesten darunter sind wahrscheinlich das Wassertreten und die Kneipp-Güsse“, sagt Fritz. Die Hydro- beziehungsweise die Wassertherapie ist eine Reiztherapie mit kalten sowie ergänzend warmen Wasseranwendungen. „Diese Therapien stärken das Immunsystem und sind stressabhärtend“, erklärt Fritz weiter.

Sebastian Kneipp habe damals selbst die Wassertherapie genutzt, um sich zu heilen. „Kneipp litt an Lungentuberkulose, was zur damaligen Zeit eigentlich einem Todesurteil gleichkam“, erzählt Fritz. Statt einfach aufzugeben, habe er sich erstmals mit der europäisch-traditionellen Naturheilkunde beschäftigt. „Ab da ging er täglich in der Donau schwimmen oder lief dort entlang“, erklärt Fritz. Nur damit habe er sich schließlich geheilt.

Naturheilkunde geht zuhause

„Im Moment sind die Kneipp-Anlagen coronabedingt geschlossen“, sagt Fritz. Auch in Gmünd. Das sei aber kein Grund, darauf zu verzichten. Naturheilkunde gehe auch zuhause. „Allerdings sollte auf eine richtige Anwendung geachtet werden, da es sonst zu einem negativen Verlauf kommen kann“, erklärt Fritz.

Der Kneippsche-Knieguss mit kaltem Wasser kann beispielsweise schon am Morgen unter der Dusche durchgeführt werden. Auch der kalte Gesichtsguss wiederum sei beliebt als „Kneippscher Schönheitsguss“, sagt Fritz. Er wirke nicht nur belebend, schenke ein frisches Aussehen und fördere die Durchblutung der Haut, sondern könne auch bei Kopfschmerzen, müden Augen und Erschöpfung helfen. Der hydrostatische Druck, der im Wasser durch die Gravitation und dem Wassertreten entsteht, bewirke auch ein Gefäßtraining. „Dadurch ziehen sich die Gefäße im Körper zusammen“, erklärt Fritz. „Schlussendlich kann man sagen, dass es frisch, froh und glücklich macht.“ Zoe Kapoor

Vorstandsmitglieder des Gmünder Kneipp-Vereins gesucht: Mehr Infos dazu gibt es bei Doris Fritz unter E-Mail Doris.Fritz@kneippbund-bw.de oder unter Telefon (07181) 68538.

Diese Therapien stärken das Immunsystem und sind stressabhärtend.“

Doris Fritz,, Vorsitzende des Schwäbisch Gmünder Kneipp-Vereins

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