Konsequenz aus Brandkatastrophe von Notre-Dame

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Markus Henninger (Elektro Theinert), Andreas Seul (Orgelbau Klais), Münsterarchitekt Paul Philipp Waldenmaier und Münsterorganist KMD Stephan Beck (v.l.) betreuen die Arbeiten an der elektrischen Anlage der Gmünder Münsterorgel ⋌Foto: privat

Elektrik der Orgel des Gmünder Heilig-Kreuz-Münsters wird saniert. Zwei Wochen Ausfall. 

Schwäbisch Gmünd. In diesen Tagen führt die Bonner Orgelbauwerkstatt Johannes Klais an der Gmünder Münsterorgel umfangreiche Arbeiten an der elektrischen Anlage des Instruments durch. Die Orgel ist darum für die kommenden zwei Wochen nicht spielbar. Gottesdienste müssen für diese Übergangszeit vom Digitalpiano aus begleitet werden, informiert Kirchenmusikdirektor Stephan Beck. .

Die Modernisierung der Elektrik insbesondere von großen Orgeln ist von erheblicher Bedeutung für den Brandschutz in Kirchen, schreibt Beck in einer Pressemitteilung. Da Orgeln überwiegend mit Niederspannung betrieben werden, fließen in ihnen sehr hohe Ströme. Die können besonders brandgefährlich sein und bedürfen darum einer sorgfältigen Absicherung.

Heutige Standards legen dafür sehr strenge Maßstäbe an, die in den vergangenen Jahren nochmals verschärft wurden. „Die jetzige Modernisierung der Münsterorgel ist von erheblicher sicherheitstechnischer Relevanz“, so der Kirchenmusikdirektor. Auch die Orgel in St. Franziskus wurde vergangenes Jahr hinsichtlich des Brandschutzes der elektrischen Anlage erneuert und auf den heutigen Sicherheitsstand gebracht.

Die weltweit tätige Bonner Werkstatt Johannes Klais, die in zahlreichen gotischen Kathedralen große Instrumente konzipiert und gebaut hat – wie beispielsweise im Kölner Dom – verfügt über reichlich Erfahrung dabei. Sie arbeitet Hand in Hand mit der ortsansässigen Firma Elektro Theinert, deren Mitarbeiter Markus Henninger schon viele Jahre die Elektrik der Münsterorgel und des Münsters betreut.

Nach Katastrophe in Paris

Nicht zuletzt seit dem katastrophalen Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame im Jahre 2019 werden allerorten Kirchen hinsichtlich des Brandschutzes überprüft, Brandschutzkonzepte erarbeitet und verbessernde Maßnahmen ergriffen, die vielfach erhebliche Kosten verursachen. Die Sorge um das historische Bauwerk und um das bedeutende Gmünder Orgelwerk mit seinen 55 Registern, davon zwölf originale historische Stimmen aus der Zeit der süddeutschen Orgelromantik, und nicht zuletzt mit seinem imposanten holzgeschnitzten Orgelgehäuse und der von Atlanten getragenen barocken Empore aus dem Jahre 1688 lassen keinen Zweifel an der Notwendigkeit der Arbeiten.

Pünktlich zum Patrozinium des Heilig-Kreuz-Münsters am Sonntag, 18. September, erklingt die Orgel wieder. Zur Feier des Tages wird der Münsterchor im Festgottesdienst ab 9.30 Uhr eine Messe für Chor, Bläser und Orgel aufführen.

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