Kreis-Grüne üben Kritik am Verhalten der Stadt

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Schön anzusehen, aber vielleicht doch verzichtbar? Das beleuchtete Rokokoschlösschen im Stadtgarten.

Die Stadtspitze sende mit ihrem Verhalten und ihren Aussagen „ein falsches Signal“ an die Bürger.

Schwäbisch Gmünd. Der Kreisverband der Grünen kritisiert die Gmünder Stadtspitze für deren Haltung in Sachen Energiekrise. Auslöser der Kritik waren mehrere Aussagen von Oberbürgermeister Richard Arnold und Stadtsprecher Markus Herrmann bezüglich des Betriebs von Atomkraftwerken und dem Energiesparkonzept für die Gmünder Innenstadt.

„Die Energiekrise ist im vollen Gange, daher fangen viele deutsche Städte an, Energie einzusparen und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen, indem sie nachts keine öffentlichen Gebäude mehr beleuchten und die Straßenbeleuchtungen teilweise reduzieren“, so die Grünen. In Schwäbisch Gmünd werde derweil vom Oberbürgermeister ein verlängerter Betrieb der Atomkraftwerke gefordert, obwohl die Stadt selbst noch nicht im Energiesparmodus angekommen sei und weiterhin an ihrer nächtlichen Beleuchtung festhält.

„Für die Bürgerinnen und Bürger in Gmünd und Umgebung ist das ein falsches Signal seitens der Stadt Schwäbisch Gmünd. Alle Bürgerinnen und Bürger werden dazu aufgerufen, Strom zu sparen und die Stadt verpasst es, eine Vorbildfunktion bei diesem Thema einzunehmen“, so Dario Thiem, Kreisvorsitzender der Grünen. „In Stuttgart kann zu festgelegten Zeiten das Beleuchtungsniveau in Teilen auf 70 Prozent abgesenkt werden, da sollten doch auch gewisse Einsparungen in Schwäbisch Gmünd möglich sein“, so Sabine Zilligen, Kreisvorsitzende der Grünen. „Außerdem kann eine sparsame Verwendung der Lichtquellen in der Stadt einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität werden. Nachtaktive Insekten steuern gezielt auf die Lampen zu und umkreisen diese teilweise bis zur totalen Erschöpfung“, so Thiem.

Die Grüne Gemeinderatsfraktion hatte Ende Juli die Stadtverwaltung schriftlich gefragt, ob die Stadt bei der Beleuchtung von Gebäuden den Insektenschutzvorgaben des Naturschutzgesetzes nachkommt. Paragraf 21 des Gesetzes verbietet die Beleuchtung öffentlicher Gebäude, wenn dies nicht aus Gründen der öffentlichen Sicherheit erforderlich oder vorgeschrieben ist. Das Ziel der Vorschrift ist der Schutz der Insektenfauna, erbringt aber auch Energieeinsparungen, die derzeit dringend gebraucht werden. Eine Antwort der Stadtverwaltung steht noch aus.

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