Lachmuskeltraining mit einem Olympiasieger

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Art.-/Bild Kabarett-Abend mit Dieter Baumann

Dieter Baumann bietet dem Publikum auf dem Schönblick einen humorvollen Abend.

Schwäbisch Gmünd. Schweißtreibend. So denkt man zumindest, wenn man an einen Langstreckenlauf denkt. Und erst recht, wenn diese Strecke 100 Kilometer lang ist. Dieses Thema griff der Protagonist und Kabarettist Dieter Baumann auf in seinem Programm, das er im Festsaal des Schönblick präsentierte.

Und schweißtreibend war es auch für ihn, denn fast durchweg verbrachte er sein 90-minütiges Programm auf einem Laufband. Ein Programm, das mit dem Titel „Dieter Baumann, läuft halt - weil, singen kann er nicht“ nur vage umschreibt, was er dann dem Publikum wirklich darbot. Und das war ein ideenreicher und mit Biografischem sowie anekdotischen Elementen gespickter Abend.

Was für Baumann vor allem Bewegung und Erzählen bedeutete, geriet für den Zuschauer als ein Abend voller Spannung und Bewegung der Lachmuskeln. Doch nicht nur mit slapstickhaften Einlagen und Tanz auf dem Laufband begeisterte der Olympiasieger von 1992 über seine Spezialstrecke 5000 Meter das Publikum. Etliche nachdenklich stimmende Passagen zeugten auch von den selbstkritischen und dem Leben zugewandten Seiten des Läufers und Kabarettisten. Und wenn er zum Beispiel den Saal mit Aussagen wie „Immer, wenn ich nicht ans Laufen denke, gewinne ich!“ füllte, war so manchem Zuschauern die doppeldeutige Botschaft durchaus klar.

Dem Publikum wurde im Laufe des Abends immer wieder klar, dass das Thema Laufen gleichsam ein Symbol ist für das Leben. Und wenn Baumann aus dem Roman „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ zitiert, verdeutlicht der Kabarettist, dass ein jeder solcher Lauf ein Leben für sich ist.

Mit biografischen Elementen gespickt, gewährte der Tübinger auf der Bühne Einblicke in sein Leben - mit Hochs wie dem legendären Olympiasieg von Barcelona, aber auch mit Tiefs wie dem Ende seiner Laufbahn als Profisportler aufgrund der Zahnpasta-Vorwürfe. Der „rote Faden“ für diesen Kultur-Höhepunkt im Schönblick war seine Teilnahme am legendären 100-Kilometer-Lauf im schweizerischen Biel im Berner Seeland. Seine damaligen Erlebnisse veranschaulichte er spannend und dramaturgisch versiert in verschiedenen Einheiten, die er dem Publikum anhand von Kilometer-Angaben immer wieder aufzeigte. Insgesamt ein Abend mit viel Laufen, voller Ereignisse, voller Glück und manchmal auch voller Elend.

Für die beiden kooperierenden Veranstalter, der Schönblick und der Freundeskreis Himmelsstürmer, begrüßte der Vorsitzende des Freundeskreises die Besucher. Er entlockte dem Künstler nach einer tanzenden Zugabe auch noch eine zweite Zugabe: Dazu setzte sich Dieter Baumann im Festsaal an den Flügel und intonierte ein Stück über das Wohl und Wehe einer Medaille auf der Toilette. Auch hier wurde seine kabarettistische Qualität deutlich: selbstironisch, witzig, gestenreich. Und über den Untertitel seines Programmes „...weil singen kann er nicht“ konnte sich so jeder eine eigene Meinung bilden.

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