Geistlicher Impuls

Leben heißt sich begegnen

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Lockdown. Inzidenz. Systemrelevant. Nur ein paar Worte, die seit 2020 meinem Wortschatz bereichern. Die Liste ließe sich durch die AHA-Regel und Mund-Nasen-Schutz fortführen.

Lockdown. Inzidenz. Systemrelevant. Nur ein paar Worte, die seit 2020 meinem Wortschatz bereichern. Die Liste ließe sich durch die AHA-Regel und Mund-Nasen-Schutz fortführen. Ich kann auch Kontaktperson 1. Grades werden. Was sich wie eine Liebeserklärung anhört, führt eher in die Kontaktlosigkeit. Dazu kommen Sätze, die mir vorher fremd waren: "Kannst du den Hans schon sehen? Ist der schon online?" "Der hat die Kamera aus!" "Hört der uns?". Sätze aus online Besprechungen, die wenigstens erheitern können. Wie auch die für mich neue Frage: "Treffen wir uns online oder bei dir?". "Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Wenn wir aufhören uns zu begegnen, ist es als hörten wir auf zu atmen". Das Zitat wird Martin Buber zugeschrieben. Es deckt sich mit meiner Lebenserfahrung und meinem Glauben. Leben heißt sich begegnen und sich aufeinander beziehen. Das Ich braucht ein Du. "Der Herr ist nahe" endet der Wochenspruch für die letzte Woche vor dem Heiligen Abend. Auch er sucht die Begegnung. Durch den Lockdown hindurch mitten ins Leben. Also mache ich die Türen auf und die Tore weit und öffne mein Herz. So entsteht Begegnung und lässt aufatmen. Pfarrer Christof Messerschmidt

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