Leiter für die Kläranlage in Waldhausen dringend gesucht

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Die Kläranlage in Waldhausen soll neu überplant werden. Für die Mammutaufgabe fehlt der Stadt noch ein Leiter der Anlage.

Lorch-Waldhausen

Als vor eineinhalb Jahren der Faulturm in der Waldhäuser Kläranlage explodierte, nahm die Stadt Lorch das zum Anlass, eine Überplanung der gesamten Anlage in Auftrag zu geben. Ein Abtsgmünder Ingenieurbüro hatte im Frühjahr die Studie geliefert, bei der die Standorte aller Gebäude und Klärbecken hinterfragt wurden. "Momentan bereiten wir die Ergebnisse vor, um sie in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats zu beraten", sagt Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk.

Rund 2,5 Millionen Euro sind im Haushalt in den kommenden Jahren für das Vorhaben eingeplant. In einem ersten Schritt werde sicher ein neuer Faulturm miteinbezogen, sagt Funk. Der wurde bisher nicht wiederaufgebaut. Die Funktionsweise der Kläranlage sei auch so gewährleistet, heißt es im Rathaus. Ohne den Turm produziere die Kläranlage allerdings mehr Schlamm, der zur Verwertung abtransportiert werden müsse. Mit Faulturm waren es im Jahr 2018 noch 710 Tonnen. Wie viel es im Jahr 2019 dann ohne Turm waren, kann die Rathauschefin momentan nur schätzen. "Es sind wohl rund 250 Tonnen mehr." Bisher kostet die Entsorgung pro Tonne noch 70 Euro. Der Preis erhöhe sich ab Januar, sagt die Bürgermeisterin. Die GOA werde künftig 99,50 Euro pro Tonne verlangen. Eine Erhöhung, die nicht nur für Lorch, sondern allgemein gelte.

Wettbewerb um Fachkräfte

Ganz aktuell beschäftigt die Verwaltung ein anderes Thema. Weil der bisherige Leiter der Kläranlage demnächst in Ruhestand geht, sucht die Stadt einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Trotz mehrfacher Ausschreibung der Stelle seit August 2019, konnte sie noch nicht besetzt werden. Am Donnerstag soll der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats darüber entscheiden, ob Vorgaben in der Ausschreibung geändert werden sollen. Beispielsweise die Gehaltseinstufung. Die Verwaltung schlägt vor, den Inhaber der Stelle künftig in Gehaltsklasse 10 einzustellen. Momentan ist die Vergütung des Kläranlagenleiters bei Gehaltsklasse 9 eingestuft. Tatsächlich hätten sich aber manche Bewerber wegen der Vergütung gegen die Stelle entschieden. "Wir befinden uns in einem großen Wettbewerb um Fachkräfte, das ist mir klar", sagt die Rathauschefin. Das beträfe nicht nur den Bereich Abwassertechnik, sondern alle Bereiche der Verwaltung. "Sobald es um Stellen für Diplomfachwirte geht, wird das sehr deutlich." Die Erhöhung der Vergütung könne auch damit gerechtfertigt werden, dass die Stelle wegen der anstehenden Modernisierung der Kläranlage noch anspruchsvoller sein werde.

Der Verwaltungsausschuss soll zudem entscheiden, ob sich die Ausschreibung auf Wassermeister beschränken soll. "Das war bisher der Wunsch des Gemeinderats." Dadurch hätten aber bereits zwei Bewerber nicht berücksichtigt werden können. Beide seien Fachkräfte für Wassertechnik, aber keine Wassermeister. Die Stadt könne sich in dem Fall vorstellen, die Bewerber bei der Weiterbildung zum Meister zu unterstützen, falls diese sich verpflichten, eine gewisse Zeit für die Stadt tätig zu sein.

Marita Funk berichtet außerdem, dass die Stadt eine Kampagne zur Nachwuchsgewinnung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall unterstützt. Das mehrjährige Projekt, das Lorch in diesem Jahr mit rund 300 Euro mitfinanziert, hat eine Imageaufwertung der Berufe im Wasser-, Abwasser- und Abfallentsorgerbereich zum Ziel.

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