Innovative Wohnform mit Spielregeln

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Ortsvorsteher Klaus-Peter Funk (l.) und andere Interessierte lassen sich das neue DRK-Wohnprojekt erläutern. Foto: Hientzsch
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Auf einer Informationsveranstaltung beantwortet der DRK-Kreisverband Schwäbisch Gmünd Fragen zur neuen ambulant betreuten Wohngemeinschaft in Lindach.

Schwäbisch Gmünd-Lindach

Ende Januar 2023 eröffnet der DRK-Kreisverband Schwäbisch Gmünd in Lindach eine ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft. Diese „innovative, neue Wohnform“ für Senioren, die in der ehemaligen „Industriebrache“ an der Täferroter Straße entsteht, sei „eine gute Möglichkeit für ältere Mitmenschen in der Gemeinschaft Kontakte zu pflegen und gemeinsame Unternehmungen vorzunehmen“, lobte Ortsvorsteher Klaus-Peter Funk das neue Betreuungsmodell, das am Donnerstag für Interessierte vorgestellt wurde.

Menschen werden immer älter

„Die Menschen werden immer älter, Gedächtnis- und Orientierungsprobleme nehmen zu“, erläuterte die stellvertretende Kreisgeschäftsführerin Melanie Dorn. Der dadurch entstehende erhöhte Unterstützungsaufwand und die zunehmenden Einschränkungen fordern Betroffene genauso wie die Angehörigen. Mit einer Vielzahl an Hilfs- und Unterstützungsangeboten habe das DRK auch immer den Fokus darauf, Angehörige zu entlasten. Die neue Form einer ambulant betreuten Senioren-WG sei der „Lückenschluss“ zwischen stationärer Betreuung und der häuslichen Pflege, so Dorn.

Das neue Modell biete für alle Bewohner ab Pflegegrad 2 – mit oder ohne Gedächtnisschwierigkeiten – ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft mit geteilter Verantwortung und eine wohnortnahe Versorgungsmöglichkeit in einer vertrauten Umgebung. „Das gewohnte Lebensumfeld bleibt erhalten“, versicherte Dorn. Somit sei das Wohnprojekt „ein guter Weg, um einer drohenden Vereinsamung entgegenzuwirken“.

Das Alltagsleben findet in der Wohngemeinschaft statt – ein kurzzeitig gewünschter Rückzug aus den Aktivitäten bestehe zu jeder Zeit. Ein Bewohnergremium bildet die Interessenvertretung der Mieter. Ein geplanter Förderverein oder Freundeskreis mit sozial engagierten Mitbürgen soll zudem das Alltagsleben bereichern.

Auf 560 Quadratmetern finden sich zwölf abgeschlossene Appartements mit eigener Nasszelle – einfache leichte Wege bieten größtmögliche Orientierung. Großzügig geschnittene Gemeinschaftsräume und eine Küche mit Kochinsel sollen das Gemeinschaftsgefühl zusätzlich stärken. Die monatlichen Kosten belaufen sich inklusive Nebenkosten auf 2967 Euro, einheitlich für alle Bewohner ab dem Pflegegrad 2. Damit liegen die monatlichen Kosten in der Wohngemeinschaft um einiges niedriger als im stationären Bereich, erläuterte die DRK-Kreisgeschäftsführerin Vesna Groznica.

Bei den steigenden Energiekosten seien die berechneten Nebenkosten von 142 Euro kaum zuhalten, erinnerte ein Veranstaltungsbesucher, die Energiekosten würden beim Verbleib im eigenen Heim noch höher ausfallen, war ein anderer Besucher der Ansicht.

Das Leben in einer WG berge doch ein gewisses Konfliktpotenzial, befürchtete ein Herr. Die Betreuungskräfte würden auf Deeskalation geschult, wusste Tatjana Jukic, Leiterin der Abteilung Altenhilfe, auf der großen Fläche könne man sich gut aus dem Weg gehen, meinte Groznica, zudem habe jeder die Entscheidungsmöglichkeit, mit wem er wann und wie viel Kontakt haben möchte. „Bestimmte Spielregeln müssen aber auch in der WG eingehalten werden.“

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