Mehr Sichherheit für Wohnsitzlose in Schwäbisch Gmünd

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Sanierungsarbeiten
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Förderverein St. Elisabeth will für Sanierung und Umbau des Gebäudes 450 000 Euro Spenden einsammeln. Höhere Baukosten durch weitere Brandschutzmaßnahmen.

SchwäbischGmünd

Wohnsitzlose Menschen erleben jetzt die härteste Zeit. Frostige Nächte werden für sie zur Gefahr. Hilfe finden sie in St. Elisabeth in der Klösterlestraße. „Wir werden jetzt niemand weiterschicken, auch wenn die für Kurzaufenthalte üblichen zwei Wochen überschritten werden“, sagt Clemens Beil, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte St. Elisabeth.

Im Gegenteil die Hilfe soll nochausgebaut werden. Ziel ist die Einrichtung von 28 statt bisher 23 regulären Plätzen. Gleichzeitig soll das Haus sicherer werden. Der Brandschutz im 120 Jahre alten Gebäude ist nicht auf dem neuesten Stand. Dafür muss der Träger jetzt Geld in die Hand nehmen. Mehr Geld, als bislang kalkuliert wurde. Statt bisher geplanter einer Million Euro sind nun voraussichtlich 1,4 Millionen Euro nötig. Finanzierbar ist das nur durch zusätzliche Spenden. „Wir haben unser Spendenziel auf 450 000 Euro erhöht“, sagt Clemens Beil. Der Mehrpreis für die Sanierung kommt vor allem durch eine Rettungstreppe, aber auch die Preissteigerungen der Baubranche machen sich jetzt bemerkbar.

Die Sanierung

Auslöser für das große Bauvorhaben ist der Brandschutz. Da möchte Clemens Beil auch nicht lange warten: „Die Sicherheit unserer Bewohner hat oberste Priorität“, sagt er. Weil das viergeschossige Haus nur durch eine historische Holztreppe erschlossen wird, schreibt der Brandschutz eine Außentreppe aus Metall vor. Die wird an der Westseite Richtung Parlerstraße gebaut. Aber auch die Treppe im Innern und vor allem die Holztüren zu den Räumen sind Brandschützern ein Dorn im Auge. „Da wird es auch noch Gespräche mit dem Denkmalamt geben“, weiß der Vorsitzende des Fördervereins. Auch wenn die Behörde für den Erhalt alter Bauteile spreche, müsse man das Ziel im Auge behalten. „Bei mir geht Sicherheit vor Denkmalschutz“, sagt er. So böten die alten Türen im Brandfall keinerlei Schutz vor einem Übergreifen des Feuers. Im übrigen seien die größten Fehler beim Denkmalschutz vor Jahrzehnten gemacht worden. Von der auf Fotos zu sehenden einstigen Fassade sei nicht mehr viel übrig geblieben. Fenster,Installationen und Heizung sind weitere Positionen des Sanierungsvorhabens.

Finanzierung und Baubeginn

Aktuellen Berechnungen zufolge kostet der Umbau nun 1,4 Millionen Euro. Den Hauptzuschuss erwartet Clemens Beil vom Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS). Der entscheidet in einer Vergaberunde im April über aktuelle Anträge. „Wir hoffen auf einen Zuschuss in Höhe von 400 000 bis 500 000 Euro.“ Weitere große Zuschussgeber sind nicht in Sicht. Kleinere Summen könnten aber vom Landesdenkmalamt für den Rückbau auf die ursprünglichen Sprossenfenster kommen. Dann rechnet man mit Geldern für die energetische Verbesserung durch eine neue Heizung. Fließen die Spenden wie erwartet, könnte ein Millionenbetrag zusammenkommen. Den Rest muss der Träger, die Stiftung Elisabethenpflege, fremdfinanzieren. Erst wenn die Zuschussentscheidung gefallen ist, kann begonnen werden. Aber Ziel sei es, noch im Jahr 2022 mit den Arbeiten zu starten. Weil während der Bauphase die Zimmer nicht zur Verfügung stehen, plant St. Elisabeth mit Containern im angrenzenden Garten. „Ein anderes Ausweichquartier kommt nicht infrage, weil die wohnsitzlosen Menschen diese Adresse kennen und sich dort melden“, so Clemens Beil.

"Wir haben unser Spendenziel auf 450 000 Euro erhöht."

Clemens Beil

Aktuelle Situation

Die bisherige Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss des Gebäudes wurde ins Nachbarhaus St. Martin verlegt. In den freigewordenen Räumen konnten zusätzliche Betten platziert werden. Das hat der Ostalbkreis als Kostenträger auch genehmigt. Die Nachfrage nach einer Unterkunft in St. Elisabeth hat sich nach Worten Beils deutlich gewandelt. So gibt es immer weniger Wohnsitzlose, die von Stadt zu Stadt wandern. Heute kommen fast alle aus der unmittelbaren Umgebung. Innerhalb weniger Jahre hat sich der Anteil von Frauen ohne Wohnung von ursprünglich zehn Prozent verdreifacht. Vermehrt leben auch junge Leute zwischen 18 und 30 auf der Straße.“ Ausunterschiedlichen Gründen“, wie Clemens Beil sagt. Weil Eltern überfordert seien, die Jugend vor die Tür setzen, weil familiäreProbleme vorliegen. Und weil im einen oder anderen Fall Einsparungen im Bereich der Jugendhilfe die Situation begünstigen, so Beil.

Spendenkonto Kreissparkasse Ostalb IBAN: DE74 6145 0050 0800 1745 4. Unter Verwendungszweck bitte Absender angeben.

  • 1899 für Krankenschwestern gebaut
  • Das Haus Klösterlestraße 25 wurde 1899 von Werkmeister W. Herkommer erbaut. Richard Strobel schreibt in seinem Werk über Kunstdenkmäler in Schwäbisch Gmünd von einem „dreigeschossigen Bau mit erdgechossigem Kapellenanbau“. Es war einst das Wohnhaus der St. Elisabeth-Krankenschwestern und wurde für 20 Bewohnerinnenerrichtet. Besonderheiten sind nach Strobel rundbogige Öffnungen im Erdgeschoss und die reichlich beschnitzte zweiflügelige Haustüre.In der Kapelle dominiert neubarocker Leistenstuck. kust
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