Mit dem Neubau den Wald ökologisch aufwerten

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Ortschaftsrat Gremium stimmt Entwurf zum Vorhaben- und Erschließungsplan für Seniorenheim am Rehnenhof zu.

Schwäbisch Gmünd-Rehnenhof. Das Alten- und Pflegeheim Schönblick an der Franz-Konrad-Straße erfüllt die neuen Vorgaben der Landesheimbauverordnung nicht. Um den Betrieb an neuem Standort zu gewährleisten, strebt die Schönblick gGmbH einen in drei Flügel untergliederten Neubau mit vier Wohngruppen und Demenzbereich sowie Wohnungen an der Willy-Schenk-Straße an. Parken und Anlieferung sollen über eine Tiefgarage erfolgen.

Um die baurechtliche Voraussetzung für dieses Vorhaben zu schaffen, hat der Gmünder Gemeinderat 2017 einen Einleitungsbeschluss für einen „Vorhaben- und Erschließungsplan“ gefasst. Die Kosten dafür trägt der Investor. Architekt Martin Oettle wurde von der Schönblick-Gesellschaft mit der Planung des Neubaus beauftragt, der auf einer Gesamtfläche von knapp 10 000 Quadratmeter integriert werden soll, davon 7200 Quadratmeter Wald- und Gemeinbedarf, wie Gerhard Hackner als Amtsleiter für Stadtentwicklung informierte. Die Ortschaftsräte von Rehnenhof-Wetzgau befassten sich mit diesem Vorhaben- und Erschließungsplan, für den zahlreiche Gutachten erstellt wurden, unter anderem zu Arten- und Naturschutz sowie Geologie.

Maßnahmen zur Hangsicherung

Der Neubau mit drei Flügeln soll eine maximale Höhe von zwölf Metern haben und orientiert sich an Bestandsgebäuden. Eine parkähnliche Pflanzung soll ihn ökologisch einbetten. Zudem wird die Niederwaldzone nach auferlegtem Pflanzgebot ökologisch durch Laubbäume aufgewertet und ersetzt die Fichten, die gefällt werden müssen. Jürgen Greiner war der Meinung, dass sich beim kürzlichen Termin vor Ort ohnehin hauptsächlich Fichten dargestellt haben, „die sowieso in den nächsten fünf bis sechs Jahren sterben“.

Auf dem Neubau finden sich extensiv bepflanzte Flachdächer mit Wasserspeicherfunktion. Architekt Oettle erklärte dem Gremium, dass das gespeicherte Wasser, das  bei Starkregen anfällt, gedrosselt abgegeben wird. Ein entsprechendes Entwässerungskonzept wurde durch das Mutlanger Büro LK&P-Ingenieure entwickelt und von Ingenieur Mathias Mosses erläutert. Eduard Bertsch hatte Sorge, dass bei einem Starkregen, während die Baugrube ausgehoben wird, der Hang zum Taubental hin ins Rutschen kommt. Der Architekt kündigte entsprechende Vorsichtsmaßnahmen an, die im Baugesuch verankert werden.

Alle Eichen entlang der Straße bleiben erhalten, wie Ortsvorsteher Johannes Weiß informierte. Wie Hackner stellte er fest, dass alle Sorgen der Ortschaftsräte zur Bebauung bezüglich des Taubentals nun durch entsprechende Änderungen im Plan und durch Fachexpertisen genommen seien. Etwa durch Abwasser-Pufferspeicher, die Wasser nach Regen verzögert ans Taubental weitergeben. Auch sei der Gebäudeabstand zur Straße hin vergrößert. Und es gebe einen großen Abstand zu Bestandsgebäuden.

„Ja, wir brauchen ein Pflegeheim“, betonte Ursula Böttinger. Fand es aber „unmoralisch“, am Waldtrauf dafür Bäume zu fällen. Jürgen Greiner konterte: „Bäume, die ohnehin in den nächsten Jahren tot sind. Denen brauchen wir nicht hinterherweinen.“ Stefan Preiß freute sich über die Planung: „Alle Sorgen des Ortschaftsrats wurden berücksichtigt.“  Sebastian Fritz erinnerte, dass der Plan nächste Woche im Bauausschuss der Stadt beraten wird.  Er fragte sich, wie man Kindern vermitteln will, dass ihr Waldkindergarten versetzt wird. Letztlich waren sechs Ortschaftsräte für den Entwurfsbeschluss, drei stimmten dagegen, einer enthielt sich. Der Flächennutzungsplan wird entsprechend der Bebauung geändert.

Angebote für Senioren

Renate Wahl vom Gmünder Seniorennetzwerk informierte, dass am Freitag, 13. Mai von 11.30 bis 13.30 Uhr der erste Mittagstisch im katholischen Gemeindehaus sei. Bis Dezember soll es diesen alle 14 Tage in wechselnden Einrichtungen geben. Dr. Ute Schütte wird stundenweise auf Honorarbasis das Generationenbüro leiten. Weitere Angebote für Senioren sollen aufgebaut werden. Anja Jantschik

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