Mit Steilkurven legal durch den Wald

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Vincent Seitz, Peter Wurst, Kai Zuchotzki, Rafael Sinesi und Konstantin Schuler (v.l.) vor dem Eingang des Trails. Sie waren bei Genehmigung und Bau maßgeblich beteiligt.
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Der genehmigte Mountainbiketrail im Schaubenwald ist so gut wie fertig. Die Biker erzählen, wie er zu Stande kam und wie er sich in den vergangenen Monaten entwickelt hat.

Schwäbisch Gmünd/Mutlangen

Steilkurven und Schanzen ziehen sich durch den Schaubenwald zwischen der Mutlanger Heide und dem Schießtal. Mancherorts sind solche Trails riskante, illegale "Wildwüchse". Aber nicht hier. Der legale Trail ist so gut wie fertig. "Soweit läuft's ganz gut", sagt Kai Zuchotzki, einer der Mountainbiker, der sich für eine legale Strecke im Gmünder Raum stark machte. Und er werde gut angenommen. So gut, dass andere aus der Region sich ein Vorbild daran nehmen.

Seit Ende Oktober vergangenen Jahres ist der erste Abschnitt des Trails befahrbar. Den ganzen November konnten sich Radsportler aus der Gegend am neuen, legalen Trail erfreuen. "Das Interesse ist extrem groß", sagt Mountainbiker Konstantin Schuler. Denn Neugier darf man haben. Im Juli 2020 war von der heutigen Strecke noch wenig zu sehen. "Zeitlich müssen wir zufrieden sein", sagt Wurst, "es ging echt schnell". In vier Monaten errichteten die Biker die Strecke. Ohne schweres Gerät. "Spezielles Werkzeug braucht man nicht", erklärt Zuchotzki. Stattdessen kamen Schaufel und Spaten zum Einsatz. Der Trail soll aber nicht nur die eingefleischten Mountainbiker erfreuen. Auch Anfänger können ihn nutzen. "Dass jeder etwas davon hat", sagt Zuchotzki.

Das Aushängeschild des Trails ist eine Schanze, eine so genannte Roadgap, bei der manch ungeübtem Radfahrer schwindlig werden kann. Als Alternative gibt's extra eine Fahrspur, die an der Schanze vorbei führt. "Es kann jeder probieren", sagt Mountainbiker Rafael Sinesi, "hier sind auch schon Kinder mit Laufrädern runter gerollt". Hartgesottene Mountainbiker dürften bei den Steilkurven und Sprüngen dennoch auf ihre Kosten kommen.

Diese Vielfalt zwischen einsteigerfreundlichen und anspruchsvollen Abfahrten sei wichtig für die Biker gewesen. Denn in der Szene sei das Gemeinschaftsgefühl groß.

Momentan herrscht noch Winterruhe auf der Mountainbikestrecke. Eine Pause von Dezember bis März war Teil der Abmachung, den die Biker mit der Gmünder Stadtverwaltung, aber auch mit Forst und Jägerschaft trafen. Trotzdem machte der harte Lockdown in Wintermonaten den Bikern einen Strich durch die Rechnung. "Es war nicht immer klar, was erlaubt ist", sagt Schuler. Um auf Nummer sicher zu gehen, arbeiteten sie stets zu zweit an der Strecke.

Es kann jeder probieren.

Rafael Sinesi, Mountainbiker

Freie Fahrt für Krankenwagen

Auch in Sachen Sicherheit gibt's für die Radfahrer einiges zu beachten. Bei illegalen Strecken durch den Wald komme es oft zu Zusammenstößen von Mountainbike und Fußgänger. Hier gibt es extra Beschilderungen, die auf die Strecke hinweisen. "Dass Fußgänger oder Wanderer nicht blindlinks reinlaufen", erklärt Zuchotzki. Doch trotzdem bleibt der Sport nicht risikofrei. Unfälle sind nicht auszuschließen. "Es gibt Rettungspunkte", erklären die Mountainbiker. Der Trail ist in mehrer Sektoren eingegliedert, an die Rettungsdienste gelangen können, sollte ein Radfahrer so stürzen, dass er sich nicht mehr selbst helfen kann. Regelmäßige TÜV-Kontrollen sollen ebenso für Sicherheit sorgen.

Vor allem die Arbeit mit der Forstwirtschaftsstelle des Landratsamts sei gut gelaufen. "Da haben wir nicht mit gerechnet, dass der Forst da so dahinter steht", sagt Wurst. Eigentlich sei ein legaler Trail nur sinnvoll. So könne man "wilde" Trails eindämmen. Generell habe die Genehmigung schnell geklappt. "Selbst da, wo wir Überzeugungsarbeit leisten mussten, gab es andere Instanzen, die uns unterstützt haben", erinnert sich Schuler. Mittlerweile erhalte die Gruppe Nachfragen anderer Mountainbiker aus der Region, die sich ein Vorbild an ihrer Arbeit nehmen wollen.

Von der Stadt Gmünd haben die Biker grünes Licht für die Nutzung erhalten, allerdings gelten trotzdem Hygienemaßnahmen. "Wenn man sich an die Regeln hält, ist es in Ordnung", sagt Sinesi.

Der Trail soll geübte Fahrer und Anfänger ansprechen.
Steilkurven und Schanzen im Wald – ziehen sich durch den Schaubenwald zwischen der Mutlanger Heide und des Schießtals. Wo andernorts illegal durch die Wälder gefahren wird, ist dieser Trail vollkommen legal und mit Jägerschaft, Forst und Verwaltungen in Einklang gebracht.

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