Neubau für FEM: Zweifel am alten Bebauungsplan

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Ein letztes Dokument des alten Forsthauses: Das Bild ist während der Abrissarbeiten in den vergangenen Tagen entstanden. Inzwischen ist die Fläche plan, der Spatenstich ist am kommenden Montag geplant.
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Mit einem Antrag beim Verwaltungsgericht Stuttgart wollen Anwohner den Neubau des Forschungsinstituts für Edelmetall und Metallchemie (FEM) verhindern.

Schwäbisch Gmünd. "Unzumutbar und rücksichtslos“, so sehen Anwohner aus den Wohngebäuden im Mörikepark die Baupläne auf dem Nachbargrundstück. Dort will das Forschungsinstituts für Edelmetall und Metallchemie (FEM) einen neuen Erweiterungsbau errichten.

Der Wortlaut findet sich mehrfach in dem 14-Seiten-Dokument, das der Anwalt der Anwohner ausgearbeitet hat und beim Verwaltungsgericht Stuttgart einreichen wird – das sagt Erich Hessenberger, Sprecher der Mörikepark-Eigentümer. Die Anwohner wollen damit den Neubau in den geplanten Dimensionen verhindern. „Die Klage geht in den kommenden Tagen raus“, so Hessenberger.

Das Bauvorhaben des FEM nimmt derweil weiter seinen Lauf: Die Abbrucharbeiten am Alten Forsthaus sind abgeschlossen, am kommenden Montag ist der Spatenstich für den Neubau geplant. FEM-Sprecher Patrick Wais sieht keinen Grund zum Zweifeln oder Zögern: „Wir gehen davon aus, dass die Stadt die Baugenehmigung nach sorgfältiger Prüfung erteilt hat.“

Schon vor dem bevorstehenden Gang zum Verwaltungsgericht haben die zusammengeschlossenen Anwohner Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingereicht. „Der Widerspruch liegt vor“, sagt Gerhard Hackner, der Leiter des Gmünder Amts für Stadtentwicklung. Der grundsätzliche Ablauf ist der, dass ein Widerspruch keine aufschiebende Wirkung habe, während er „auf Basis einer Begründung“ geprüft werde. „Wenn wir dem Widerspruch nicht abhelfen können, legen wir ihn dem Regierungspräsidium zur Prüfung vor“, erklärt Hackner den üblichen Ablauf. Konkret will Hackner zum „laufenden Verfahren“ keine Stellung nehmen.

In dem Antrag ans Verwaltungsgericht setzt der Anwalt der Eigentümer an zwei Punkten an. „Wir bezweifeln die Gültigkeit des Bebauungsplan“, sagt Hessenberger. Auf dem Plan von 1922 gebe es fragwürdige Überklebungen und offenbar später hinzugefügte Eintragungen.

„Gebietscharakter erhalten“

Zum zweiten argumentieren die Anwohner mit dem Missverhältnis zwischen Wohngebäude und Gewerbe, das aus ihrer Sicht durch den vierstöckigen Bau mit 3000 Quadratmeter Nutzfläche entstünde: „Die Antragsteller haben Anspruch darauf, dass der Gebietscharakter des Gebiets als Mischgebiet erhalten bleibt (...)“, heißt es in dem Schreiben. Hessenberger spricht von einem „massiven Block: 42,5 Meter lang, 22 Meter breit, 19,61 Meter hoch“. Der sei eben dies: „unzumutbar und rücksichtslos“.

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