Neue Wohnformen statt Café

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Die Gasthaus-Tradition des Café Waibel in Wustenriet weicht der Wohnbebauung.

Die Vereinigte Gmünder Wohnungsbaugesellschaft (VGW) kauft Café Waibel und Umgebung und schafft Platz für Etagenwohnungen und Reihenhäuser.

Schwäbisch Gmünd-Wustenriet

Das Café Waibel war weit über die Grenzen des Gmünder Ortsteils Wustenriet hinaus bekannt. Jahrzehnte lang ein beliebter Treffpunkt für Gäste, die aus dem ganzen Stadtgebiet kamen, vielleicht oft nach einem Spaziergang dort einkehrten. Kegelfreunde gaben sich die Tür in die Hand. Seit Jahren ist Schluss damit. Wustenriets letztes Lokal ist geschlossen. Früher gab‘s dort auch noch das „Schlössle“.

Künftig ist an der Stelle Wohnen angesagt. Die Vereinigte Gmünder Wohnungsbaugesellschaft (VGW) hat längst ein Auge auf das leer stehende Café Waibel, das angrenzende Wohnhaus, die Scheuer und eine angrenzende Wiese geworfen. Teile davon gehörten inzwischen der Friedrich-Waibel-Stiftung. „Wir konnten die Immobilie von der Stiftung erwerben“, sagt Celestino Piazza, Geschäftsführer der VGW. Auch Flächen aus Privatbesitz wechselten den Eigentümer. Knapp 2000 Quadratmeter groß sind die Grundstücke, auf denen Café, Wohnhaus und Scheuer standen. Die Wiese bringt weitere 4500 Quadratmeter. Ein bisschen Wehmut kommt auch bei Celestino Piazza auf, wenn er ans Café Waibel denkt. Er sieht in der Bebauung aber eine wichtige Aufgabe, auch weil sie Wohnraum für unterschiedliche Bedürfnisse ermögliche. Im südlichen Bereich auf dem aktuell noch bebauten Grundstück könnte ein L-förmiger Bau entstehen, bestehend aus zwei Gebäuden, die durch ein Glashaus verbunden sind. Bis zu 15 Wohnungen haben in diesem Geschosswohnungsbau Platz.

Auf dem freien Grundstück will Celestino Piazza das Haus Gamundia zum Generationenhaus weiter entwickeln. Gamundia-Häuser stehen schon an der Nepperbergstraße, werden derzeit am Kaffeeberg gebaut. Die neue Version dieses VGW-Haustyps soll sich aktuellen Lebensumständen anpassen können. Verpackt in Reihenhäuser oder Doppelhäuser ist Wohnen auf zwei Etagen angesagt. „Wir wollen von vorn herein Barrierefreiheit im Erdgeschoss“, sagt Piazza. Neben Wohnzimmer, Esszimmer und Küche ist ein Arbeitszimmer geplant, dazu eine ebenerdige Dusche. Das Obergeschoss bietet bei gleicher Größe drei Zimmer und Dusche. „Die junge Familie soll das ganze Haus bewohnen“, sagt er und verweist auf die günstige Platzierung des Treppenaufgangs. Sind die Kinder weg, lasse sich das Erdgeschoss einfach abtrennen, das Arbeitszimmer zum Schlafzimmer umfunktionieren. Und in einem Raum im Obergeschoss sind schon alle Installationen für die Küche eingebaut. „Dort könnte vermietet werden, aber auch für Kinder auf Besuch oder eine Pflegekraft wäre das Obergeschoss zu nutzen“, meint der VGW-Chef.

In allen Gebäuden setzt er auf Energieeinsparung. Ein Nahwärmenetz ist vorgesehen, das auch Strom erzeugt. In den einzelnen Gebäuden – nach derzeitigen Planungen werden es neun Reihen- oder Doppelhäuser – braucht man nur eine Übergabestation für die Energie. „Das spart Arbeit und auch Kosten“, meint Celestino Piazza. Gegenüber konventioneller Bauweise könne das 30 000 Euro ausmachen. Die VGW will nun die Planungen voranbringen und im Sommer 2022 mit dem Bau beginnen. Ab Ende 2023 rechnet er mit der Fertigstellung.

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