Der geistliche Impuls

Nie sind wir wirklich allein

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Das Wohnzimmer der Frau liegt in Trümmern, wie alles um sie herum. Beirut nach der Explosion im August. Nur eines scheint noch heil: das Klavier.

Das Wohnzimmer der Frau liegt in Trümmern, wie alles um sie herum. Beirut nach der Explosion im August. Nur eines scheint noch heil: das Klavier. Ein Video zeigt, wie die Frau nicht anfängt aufzuräumen, sondern sich ans Klavier setzt. Das Lied kennen wir in Deutsch: "Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist jede Wiederkehr." Die Frau spielt langsam, innig. Es rührt zu Tränen: "Wir ruhen all in Gottes Hand." Es ist schrecklich, was Menschen widerfahren kann. Gerade noch liebt man sein Leben, da zerreißt eine Explosion oder ein Schicksalsschlag alles. Alles scheint am Ende, Hoffnungen zerbrechen. Doch dann kommt sie wieder, die Hoffnung. Ein Mensch spielt Klavier "Wir ruhen all in Gottes Hand". Jemand bringt Essen, das stärkt. Jemand singt ein Lied. Menschen stehen einander bei. Man spürt: Wir sind nie so alleine, wie wir uns manchmal fühlen. Wir ruhen in Gottes Hand. Es hat Größe, in Trümmern zu sitzen und Klavier zu spielen oder zu singen. Es ist mitfühlend und schenkt Hoffnung, einen Menschen in seiner Not aufzurichten – auch wenn es nur für ein paar Momente ist. Wer glaubt, gibt sich und andere nicht auf. Dekanin Ursula Richter

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