Ohne Kompromisse droht Stillstand

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Michael Länge
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Michael Länge über Starkregen, Klimaschutz und Flächenverbrauch

Die Fähigkeit zum Kompromiss entscheidet über Gmünds Zukunft. Klingt pathetisch. Ist aber nicht von der Hand zu weisen.

Daran besteht kein Zweifel: Auch Gmünd muss mehr für den Klimaschutz tun. Wieviel, darüber sollen, nein, müssen Stadtverwaltung und Stadträte streiten. Richtig streiten.
Beispiel 1: Mehr Radwege wären besser. Doch allein mit der ersten Fahrradstraße in Gmünd, die Rädern den Vorrang vor Autos gibt, sensibilisiert die Stadt für das Rad als Verkehrsmittel.

Mehr Radler helfen dem Klima. Aber: Die Fahrradstraße darf nicht dazu führen, dass ein Unternehmen um seine Existenz fürchten muss.
Beispiel 2: die Salvatorvilla. Ein privater Investor will die Gründerzeitvilla am Salvator-Kreuzweg retten. Umstritten ist dies, insbesondere in der Nachbarschaft, weil eventuell Bäume weichen müssen. Und die Rettung nur durch den Bau neuer Wohnungen und durch Flächenverbrauch zu machen ist.
Beispiel 3: das Pflegeheim. Der Schönblick will an seinem Hauptsitz in der Willy-Schenk-Straße ein Pflegeheim bauen. Dies ist umstritten, insbesondere in der Nachbarschaft, weil dafür ein Waldstück weichen muss.
Der Starkregen vom vergangenen Mittwoch zeigt: Es braucht den Streit, den konstruktiven, mehr denn je. Was dabei nicht sein darf: dass der Klimaschutz auf der Strecke bleibt. Was aber auch nicht sein darf: dass Investitionen und damit Arbeitsplätze verhindert werden. Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung dürfen einander nicht ausschließen. Sie müssen Hand in Hand gehen. Dies ist die große Herausforderung dieser Zeit. Deshalb braucht's die Kompromisse. Seien sie noch so schwierig. Und mitunter auch richtig schmerzhaft. Michael Länge

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