Oststadt beschwert sich über Stadtverwaltung

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Müll auf der Straße: kein seltener Anblick in der Oststadt.

Keine Reaktion auf Anregungen des Stadtteilforums Ost das ärgert dessen Mitglieder.

Schwäbisch Gmünd. Verkehrsberuhigung, Lärmschutz, Klimaschutz und Mitsprache: Thomas Schäfer und Reinhard Nessel vom Stadtteilforum Ost sagen, dies sei aktuell eine wünschenswerte Illusion. Mit aktuell zirka 4800 Einwohnern, verteilt in verschiedenste Wohnsiedlungen, mit 18 Prozent Bewohnern mit ausländischer Staatsbürgerschaft, insgesamt 66,7 Prozent aller Bewohner mit Migrationshintergrund, durchzogen von der Verkehrsachse Buchstraße, auf der täglich mindestens 16 000 Kraftfahrzeuge rollen, dazu diverse Unternehmen und Firmen, Fachmärkte und Autoanbieter, sei die Oststadt insgesamt ein wenig attraktiver und wenig ansehnlicher Stadtteil, ausgenommen der Universitätspark mit dem Landesgymnasium für Hochbegabte, dessen Grundstück offiziell allerdings nur im mittleren Teil für alle Bürger zugänglich sei.

Als Stadtteil der Kernstadt führt die Oststadt laut Stadtteilforum ein Aschenputtel-Dasein, da die Stadtverwaltung kaum das Notwendigste für dieses Quartier tue. „Keine Reaktion der Verwaltung“, ärgern sich Thomas Schäfer und Reinhard Nessel. So erkläre sich womöglich die Tatsache, dass ein Brief von Oststadtbürgern, der auf verschiedene Missstände hinweist und am 14. Mai persönlich im Rathaus abgegeben wurde, bis heute noch keine Reaktion gezeitigt habe. Damit gemeint ist eine E-Mail zum Erhalt, ein Anruf oder Ähnliches. Dies sei traurig und wahr zugleich, aber für Bewohner der Oststadt nichts Ungewöhnliches. „Vermutlich ist die lange Bank, auf die in Gmünd vieles geschoben wird, für die Oststadt die längste, denn dort bei uns werden Notwendigkeiten entweder gar nicht, erst nach einem Jahr oder deutlich später beantwortet“, ärgern sich die beiden. Das heiße aber noch nicht, dass sie dann bearbeitet würden, das dauere im Normalfall noch mal deutlich länger, falls überhaupt etwas geschehe.

Zone 30 für die Oststadt?

Dabei gehe es um Themen, die bereits auf den Stadtteilforen der vergangenen fünf Jahre in der Oststadt immer wieder vorgebracht wurden. Konkret ging und geht es um die Digitalisierung in der Oststadt, die Beschilderung des Remstal-Radweges in der Werrenwiesenstraße mit Geschwindigkeitstafeln zur Zone 30, die Überprüfung der Werrenwiesenstraße als ‘Teststrecke' für sechs anliegende Autohäuser, die Umsetzung des Bußgeldkataloges für Müll-/Umweltsünder, der in der Oststadt von Mitgliedern des Vereins Oststadt verteilt wurde.

Das Stadtteilforum Ost fordert in diesem Zusammenhang die regelmäßige Präsenz der Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor Ort, um Parken, Verkehr, Rasen und Rennen auf der Buchstraße, unzulässige Lastwagen auf der Buchstraße, Müllübergriffe, die Rattenplage, die Verschmutzung des öffentlichen Raumes und mehr zu kontrollieren und zu ahnden. Als übergeordnete Maßnahme fordert das Stadtteilforum Ost umgehend die Entschleunigung und Verkehrsberuhigung in der gesamten Buchstraße durch die Einführung von Tempo 30 zum Schutz der Kinder aus den drei Kindergärten der Oststadt, der Bonhoeffer-Schule und zum Schutz der Schüler der drei Schulen der Oststadt zum Schutz der ganz jungen und der alten und schwachen Verkehrsteilnehmer. Neben Schutz der Schüler und Kindergartenkinder in der Oststadt Schwäbisch Gmünds gehe es mit gleicher hoher Priorität um den Lärmschutz aller Anwohner der Buchstraße sowie der Bewohner, deren Wohnungen und Häuser zwischen den beiden Achsen von Bahnstrecke und Buchstraße liegen. All dies befördere zugleich den Klimaschutz, zu dem sich der Gemeinderat Schwäbisch Gmünd bekannt habe. „Wir möchten dies mit der Maßnahme Tempo 30 in der Buchstraße unterstützen“, sagen die Verantwortlichen des Stadtteilforums Ost. Darüber hinaus freuten sich die Mitglieder darauf, mehr Details zu den Auswirkungen der Bebauung des TSB-Uwe-Geländes für die Oststadt zu erfahren: die Zahl der Oststadt-Neubürger, die Anzahl der Fahrzeuge, die Auswirkung auf den Verkehr, auf Miete oder Eigentum, auf die Mieten, den Mietspiegel, die Infrastruktur der Buchstraße, die Parkplätze und auf den notwendigen Umbau der Buchstraße. „Wir erwarten eine zeitnahe Antwort für die seit Jahren ungelösten und damit weiterhin chronisch aktuellen Probleme und dies nicht erst im Herbst 2021“, sagen Thomas Schäfer und Reinhard Nessel.

Fast täglich: Stau in der Gmünder Buchstraße.

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