Preise für Heimatforschung

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(von links): Stadtarchivar Dr. Niklas Konzen und Editor Florian Setzen bei der Preisverleihung in Offenburg.

Private Auseinandersetzungen mit lokaler Geschichte erbrachten gleich zwei Auszeichnungen.

Schwäbisch Gmünd. Seit 1982 würdigt das Land Baden-Württemberg jährlich die Leistungen ehrenamtlicher Heimatforscherinnen und Heimatforscher. Bei der diesjährigen Verleihung des Landespreises Mitte November in Offenburg wurde der gebürtige Waldstetter Florian Setzen für seine Edition des „Stammbüchleins der Grafen und Herren von Rechberg“ mit einem zweiten Preis ausgezeichnet. Der Gmünder Stadtarchivar Dr. Niklas Konzen war bei der Preisverleihung als Herausgeber anwesend, wie die Stadt Schwäbisch Gmünd mitteilt.

Das von Setzen edierte „Stammbüchlein“ ist eine Familienchronik der Rechberger, ursprünglich erstellt von einem Gmünder Bürger namens Johann Frey, der um 1640 als Vogt in der rechbergischen Herrschaft Waldstetten eingesetzt war. Das Original konnte aus dem rechbergischen Familienarchiv in Donzdorf im Kreisarchiv Göppingen gescannt werden. Florian Setzen habe die Coronazeit genutzt, um den Text aus der Kurrentschrift des 17. Jahrhunderts zu transkribieren sowie mit einer Einleitung und erläuternden Kommentaren zu versehen. Das „Stammbüchlein“ enthalte wertvolle Informationen zur Familie Rechberg und ihrer Herrschaft in Waldstetten, darüber hinaus aber auch zu vielen anderen Orten in Schwäbisch Gmünd und Umgebung. Die Arbeit wurde Ende Oktober 2021 als Band 7 in der digitalen Editionsreihe des Stadtarchivs Schwäbisch Gmünd veröffentlicht und sei über dessen Website verfügbar.

Der Preis „Heimatforschung Digital“ ging an den Blog des Lienzingers Günter Bächle. Die „Lienzinger Geschichten“ enthalten zwei Beiträge zur Biografie von Hermann Oppenländer, 1937 bis 1945 Kreisleiter der NSDAP in Schwäbisch Gmünd. Oppenländer stammte aus Mühlacker und war nach seiner Entnazifizierung und Rückkehr in den Schuldienst einer der ersten Grundschullehrer Günther Bächles in Lienzingen. Bächles Beiträge hätten nicht nur durch ihre solide und anschaulich vermittelte Quellenbasis, sondern auch durch die persönliche Betroffenheit beeindruckt, die der Autor in seiner Auseinandersetzung mit der Biografie seines früheren Lehrers thematisiert habe.

Kurzfilme online

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst habe die ausgezeichneten Personen mit ihren Projekte in Kurzfilmen vorgestellt, die online abgerufen werden können. Die Links sowie weitere Informationen sind in einem Beitrag des Stadtarchivs in Ostalbum, dem Weblog der Ostalb-Kommunalarchive, zu finden: https://ostalbum.hypotheses.org/3206.

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