Preiskalkulation gleicht Lotteriespiel

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Handwerkermesse. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Autarke Energieversorgung spielt große Rolle. OB Arnold fordert ein weiteres Entlastungspaket für kleine und mittelständischen Betriebe.

Schwäbisch Gmünd.

Die Kompetenz im Handwerk, egal, in welchem Gewerk, ist in Schwäbisch Gmünd und der Region fest verankert. Dies zeigte sich bei der 34. Handwerker Ausstellung im Congress Centrum Stadtgarten, CCS, am Wochenende überdeutlich. „Wir müssen und wollen aktiv sein. 75 Prozent der insgesamt 41 Aussteller haben sofort zugesagt. Trotz voller Auftragsbücher“, beschrieb Organisator Joachim Weber. „Wir wollen unsere geballte Handwerkskraft darstellen – vom Keller bis zum Dach“, umriss er das facettenreiche Angebot der Ausstellung. Trotz angespannter Lage sei die Messe qualitativ sehr hoch angesiedelt. „Dafür danke ich allen Ausstellern“, bemerkte er lobend.

Jede Schließung schwächt

Eben auf diese angespannte Lage ging Oberbürgermeister Richard Arnold ein: „Es sieht so aus, als ob die da oben uns nicht mehr hören.“ Um so wichtiger sei es da, „Flagge zu zeigen“. Das Handwerk dürfe nicht still sein, sondern es gelte, zu trommeln. Enorme Preissteigerungen, lange Lieferzeiten und steigende Energiepreise machten auch dem Handwerk das Leben aktuell mehr als schwer.

Arnold appellierte an die Politik, all die Defizite „nicht auf dem Rücken des Handwerks auszutragen“. Er forderte ein weiteres Entlastungspaket – auch für die kleinen und mittelständischen Betriebe. „Die können das unmöglich schultern“, warnte er. Diese seien „essenziell“ für die Stadt Gmünd. „Jeder Betrieb, der zumacht, schwächt uns“, machte der OB klar. Er dankte Organisator Joachim Weber für das Ausrichten der Ausstellung trotz aller Schwierigkeiten. Und sicherte ihm zu, dass das Rathaus auf der Seite des Handwerks steht.

Als „Schaufenster“ bezeichnete Gerhard Hackner, Amtsleiter für Stadtentwicklung, die Ausstellung. In einem kooperativen Miteinander und in engem Kontakt mit der Stadt, sah er diese als „wichtigen Baustein“ der Zusammenarbeit von Stadt und Handwerk. Auch sandte er an Joachim Weber und seine Mitstreiter ein großes Kompliment.

„Am Ende geht es ohne sie alle nicht“, stellte Franka Zanek als Leiterin des vor einem Jahr geschaffenen Amts für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung, fest. „Sie setzen es um.“ Gemeint war die Energiewende. Mit zwei Wünschen und einem Versprechen wartete VGW-Geschäftsführer Celestino Piazza bei der Handwerker Ausstellung auf. Er wünschte einen milden Winter ohne Produktionsausfälle beim Material und, dass „in Berlin wieder gesunder Menschenverstand stattfindet“ sowie volle Auftragsbücher. Sein Versprechen: „Die VGW bleibt an der Seite des Handwerks. Zu 90 Prozent werden Aufträge an Handwerker in der Stadt und Region vergeben. Die Projekte laufen weiter.“

Häuslebauer und -sanierer nutzten die Ausstellung, um ins direkte Gespräch zu kommen. Und meist Infos von den Betriebsinhaber und -inhaberinnen  zu bekommen. Vor allem der Wunsch nach einem energieautarken Eigenheim spielte hierbei meist die Hauptrolle. Allgemein beschrieb Christian Kranenberg, Spezialist für Brandschutz die Stimmung: „Große Unternehmen warten mit Baumaßnahmen ab, da aktuell die Preissteigerungen nicht mehr kalkulierbar sind.“ 

Michael Kessler vom gleichnamigen Holzbaubetrieb sah die steigenden Energiekosten „nicht so ausschlaggebend“, da er, wie viele Handwerker, vor Ort auf Baustellen arbeitet. Die Energiekosten träfen eher das produzierende Handwerk, beziehungsweise diese Unternehmen mehr. Doch Lieferengpässe machten dem Handwerk allgemein das Leben schwer. „Holz ist kein Problem, aber  Dämmstoffe oder Ziegel. Die Frage ist immer, wann geliefert wird – und zu welchem Preis.„Das gleicht einem Lotteriespiel.“

Mehr Bilder finden Sie online auf www.tagespost.de.

Handwerkermesse. Foto: Jan-Philipp Strobel
Handwerkermesse. Foto: Jan-Philipp Strobel
Handwerkermesse. Foto: Jan-Philipp Strobel
Handwerkermesse. Foto: Jan-Philipp Strobel
Handwerkermesse. Foto: Jan-Philipp Strobel
Handwerkermesse. Foto: Jan-Philipp Strobel
Handwerkermesse. Foto: Jan-Philipp Strobel
Handwerkermesse. Foto: Jan-Philipp Strobel
Häuslebauer und -sanierer nutzten die Ausstellung, um ins direkte Gespräch zu kommen. Foto: jps

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