Probewarnung: Sirenen heulen nicht überall

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Am Donnerstag war der erste bundesweite Warntag. Warum es nicht überall laut war.

Schwäbisch Gmünd/Aalen. Zahlreiche Nachrichten haben die Redaktionen der Gmünder Tagespost und Schwäbischen Post am Donnerstagmittag erreicht. In vielen Gebieten und Gemeinden war keine Sirene zu hören.

Zum ersten Mal gab es an diesem Donnerstag den bundesweiten Warntag. Das Ziel der Probewarnung: Warnsysteme zu testen und Warnsignale der Bevölkerung verständlich zu machen. Um 11 Uhr sollte es im ganzen Land laut werden – so die Erwartung der Bevölkerung. Was für viele Menschen missverständlich war: Nicht überall hat man die Signale gehört. Der Grund: Stationäre Sirenen gibt es heute bis auf ein paar wenige gar nicht mehr. Stattdessen ist die Feuerwehr an diesem Donnerstag mit ihren Einsatzfahrzeugen unterwegs. Über Lautsprecher heulen die Warntöne durch die Gmünder Straßen. So auch im Ernstfall. Meist geht es dann um lokale Gefahrensituationen, sagt Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold.

"Von 9.45 Uhr bis 11 Uhr waren wir in allen Stadtteilen unterwegs und haben die Sirenen heulen lassen", sagt Feuerwehrkommandant Uwe Schubert. Ziel des Warntages war vielmehr, die Menschen zu sensibilisieren und die Warnungen für den Bevölkerungsschutz in den Vordergrund zu rücken. "Uns geht es hier gut", sagt Schubert. Wenn es aber dennoch zur Katastrophe kommt, müssen die Menschen wissen, was die Signale bedeuten.

Auch die Aalener Feuerwehr habe nie das Ziel verfolgt, mit den Warntönen die gesamte Bevölkerung zu erreichen, erklärt Feuerwehrkommandant Kai Niedziella. Der Kernstadtbereich war der Mittelpunkt. "Wir müssen jetzt auswerten, wie weit man die drei Sirenen gehört hat", sagt er. Die Sirenenprobe sei zudem sinnvoll, um zu testen, ob bei einer Gefahrenlage eher vom Berg ins Tal, oder vom Tal nach oben geschallt werden sollte. All das müsse nun geprüft werden.

So klingen die Signale

Ein auf- und abschwellender Warnton ertönt, wenn die Bevölkerung vor einer Gefahr gewarnt wird. Ertönt ein langer, beständiger Ton, bedeutet das: Entwarnung.

Warn-App "NINA" verspätet

Die Warnungen und Entwarnungen kann auch über die Warn-App "NINA" verbreitet werden. Auf dem Gmünder Marktplatz hat die Feuerwehr vor allem auf diese Warn-App aufmerksam gemacht. Die Notfall-Informations- und Nachrichten-App wird zur amtlichen Warnung und Information der Bevölkerung in Gefahrenlagen eingesetzt und ist damit die "Sirene für die Hosentasche".

Am Infostand der Gmünder Feuerwehr starren um kurz nach 11 Uhr alle erwartungsvoll auf das Smartphone: Nichts. Erst um 11.31 Uhr wird der Probealarm angezeigt, dicht gefolgt von der Entwarnung. "Das war ein Extremtest, der ganz Deutschland warnen sollte", sagt Feuerwehrkommandant Schubert. Dass die App aber eigentlich verlässlich funktioniert, zeigte sich erst vergangenen Woche bei einem Brand in Lorch. Über die App wurden Bewohner aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen.

Der bundesweite Warntag soll nun jedes Jahr am 2. Donnerstag im September stattfinden – immer mit der Warnung um 11 Uhr und der Entwarnung um 11.20 Uhr.

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