Rapper rettet Raubvogel

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Dominik Alzner aus Gmünd mit seinem Findelkind.
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Der Gmünder Musiker „Dome DAZ“ entdeckt einen jungen Greifvogel und bringt ihn zur Wildtierstation.

Schwäbisch Gmünd. „Eigentlich zeigt man als Rapper immer nur die coole Seite“, lacht Dominik Alzner, alias DAZ, aus Schwäbisch Gmünd. Dass er an jenem Abend im Juli aber mehr die menschliche und tierliebe Seite ausleben würde, das ahnte der 28-Jährige noch nicht, als er sich, wie fast täglich, auf den Weg zum abendlichen Sport machte.

Der Musiker will gerade mit dem Auto starten, da beobachtet er aus dem Augenwinkel, dass Nachbars Katze am Straßenrand in „ziemlich angespannter“ Lauerstellung ist. „Ich war schon einige Meter weiter gefahren“, erzählt er, „da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: ein Adler-Baby!“ Sofort parkt er das Auto, rennt nach Hause und holt einen Katzenkorb. „Der Vogel war so schön und hat mich so hilflos angeschaut, da konnte ich nicht anders“, lacht er.

Das Vogeljunge, inzwischen starr vor Angst, packt er vorsichtig mit einem Tuch und setzt es in die Katzenbox. „Ich habe die ganze Zeit mit dem Tier gesprochen: Na Kleines, was geht? Typisch Rapper halt,“ scherzt er. Zuhause wurde der Korb dann gemütlich mit Decken und etwas Streu eingerichtet. Über das Thema Futter hatte sich der Musiker bis zu diesem Moment noch keine Gedanken gemacht. Klar war aber, dass der „Adler“ etwas Anständiges zu fressen braucht. „Da ich der Meinung war, dass es ein richtig wilder Raubvogel ist, kam das Thema Beeren oder Salat gar nicht in Frage“, erzählt er. Das Hackfleisch, das er sich fürs Abendessen eingekauft hatte, sah ein wenig aus wie Regenwürmer. Also versucht Dominik, die einzelnen „Hack-Würmle“ mit einer Pinzette an den Vogel zu bringen. Allerdings zunächst mit wenig Erfolg.

Beeindruckende Reaktionen

Da er selbst eine Katze als Mitbewohnerin hat, war klar, dass die Tiere über Nacht räumlich getrennt werden müssen. „Ich habe den Vogel dann am späten Abend ins Treppenhaus auf ein hochgelegenes Regal gestellt und meine Katze in der Wohnung behalten.“

Am nächsten Morgen war der erste Gang zum Jungtier im Treppenhaus. Das Hackfleisch war gefressen und der Rapper
erleichtert. „Ich habe dann über verschiedene soziale Medien Fotos und Videos gepostet“, erzählt er. „Die Reaktionen waren beeindruckend.“

Jeder wollte helfen, und Dominik bekommt innerhalb kürzester Zeit Tipps und Informationen. „Die wichtigste war, und das ist mir jetzt schon auch ein wenig peinlich“, gibt er zu, „dass es kein Adler ist, sondern ein Bussard.“ Von einem guten Freund, der in Weiler eine Gaststätte betreibt, erhielt der Vogel-Papa dann den entscheidenden Tipp: die Wildtierauffangstation in Weiler. Hier hat Dominik Alzner nun das Fundstück in gute Hände abgegeben und fühlt sich gut damit. „Erst vor ein paar Wochen habe ich einen neuen Song geschrieben, da ging es darum, dass es zu wenig Liebe von und unter den Menschen gibt“, erzählt der Tonkünstler. „Höchste Zeit, auch mal das Gegenteil zu leben!“ Andrea Grötzinger

Hackfleisch sieht doch eigentlich fast aus wie ein Rudel Regenwürmer!“

Dominik Alzner,, Rapper aus Schwäbisch Gmünd

Dominik Alzner alias „DAZ“ aus Gmünd

Der 28-Jährige macht seit seinem elftem Lebensjahr Musik. Anfangs angelehnt an die Großen der Szene wie Bushido, Sido und Kollegah. Später, mit der Pubertät, begann er, seine eigenen, tiefsinnigen Texte zu verfassen. Den Traum, dieses Hobby zum Beruf zu machen, lebt er bis heute.
Nach dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium begann Dominik Alzner ein Studium an der Pädagogischen Hochschule, erkannte aber schnell, dass ihn diese Aufgaben nicht zufriedenstellt. Das Angebot von befreundeten Produzenten der Gmünder Firma Indigo, im Bereich Video, Musik und Produktion mitzuarbeiten, kam dann wie gerufen. „Hier kann ich den ganzen Tag das tun, was ich am liebsten mache, und was ich am besten kann“, schwärmt er.

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