Blutsschwester als bestes Beispiel

Jens Heilig organisiert mit Freunden einen Benefizlauf auf dem Rechberg in Verbindung mit einer Typisierung für die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei. Dass er nun die 15-Jährige getroffen hat, der er vor zwei Jahren sein Knochenmark spendete, bewegt vielleicht mehr Leute zum Spenden. Privat- und öffentlich rechtliches Fernsehen sind beteiligt.

Seit sechs Jahren macht der Rechberger Hobbysportler Jens Heilig mit knapp 35 Bekannten regelmäßig Bergläufe. In diesem Jahr organisieren sie einen "Bergsprint" auf den Kirchberg zugunsten der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei DKMS. Die Volksbank sponsert pro Teilnehmer. Außerdem soll die Spenderdatei Zuwachs bekommen. 500 neue Spender sind bei der Typisierungsaktion am 24. Juli in der Rechberger Gemeindehalle laut Heilig das Ziel. Das ZDF zeichnet den Tag für die Sendung "Hallo Deutschland" auf. Oftmals erzielen solche Aktionen einen vierstelligen Spenderzuwachs – meist aber nach einem Aufruf zugunsten eines konkreten Empfängers. "Den haben wir nicht", sagt Heilig. Dafür aber kommt Michaela Waidhauser aus Neumarkt nach Rechberg, eine 15-Jährige, die dank einer Knochenmarkspende vor zwei Jahren heute als geheilt von Leukämie gilt. Der Spender: Jens Heilig. Die Aktion auf dem Rechberg war schon lange geplant, da brachten DKMS und RTL Heilig und Waidhauser zusammen. Frühestens zwei Jahre nach der Transplantation dürfen Spender und Empfänger voneinander erfahren – beiderseitige Zustimmung vorausgesetzt. Sie trafen sich auf der Burg Abenberg in Bayern. "Ein spannendes, schönes Erlebnis, wir hatten uns viel zu erzählen", sagt Heilig. Vor allem die zum Zeitpunkt der Spende 13-Jährige habe viel von ihm wissen wollen, welche Vorlieben er habe, welchen Humor, überhaupt: welche Ähnlichkeiten. Zwar sind Persönlichkeitsveränderungen nach Knochenmarkspenden nicht nachgewiesen, die Blutgruppe aber passe sich in der Regel an die des Spenders an, sagt DKMS-Sprecherin Julia Runge. RTL hat das Treffen aufgezeichnet, bei dem Waidhauser und Heilig für die Registrierung bei der DKMS warben. Der Sendetermin stehe noch nicht fest, so Heilig. Der 31-jährige Rechberger hat sich bereits 1997 registrieren lassen, als im Radio zur Spende "für Michaela und andere" aufgerufen wurde. Fünf cl Blut gab er ab. "Kein wirklich großer Aufwand." Bei der Standardregistrierung werden aus Kostengründen nur ein paar Blutmerkmale festgehalten. Passen diese im konkreten Fall, wird nach weiteren Übereinstimmungen gesucht. Heiligs Blutmerkmale passten auch nach zwei weiteren Untersuchungen beim Hausarzt. Es folgte ein Komplettcheck bei der Uniklinik Tübingen. Drei Wochen später wurde ihm unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. "Jeder hat die Möglichkeit, zu helfen", sagt Jens Heilig. Und letztlich sei eine Spende "auch ein Geschenk an sich selbst".

Markus Brenner

Zurück zur Übersicht: Rechberg

Mehr zum Thema

Kommentare