Noch fehlt der Bauherr fürs Päterle

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Gerd Hinderberger mit dem mechanischen Opferstock auf dem Hohenrechberg. Wer hat Informationen darüber, wer das Haus um den Opferstock herum gebaut hat?
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Gerd Hinderberger aus Straßdorf möchte dem mechanischen Opferstock auf dem Rechbergein i-Tüpfelchen hinzufügen.

Schwäbisch Gmünd-Rechberg

Für Kinder ist es nach dem oft anstrengenden Aufstieg auf den Hohenrechberg  die Attraktion: Während die Eltern erstmal in die Kirche gehen oder die Aussicht genießen, quengeln sie um  ein 50-Cent-Stück für den Opferstock, der vor dem Eingang zum Friedhof steht. Denn wer dort Geld einwirft,  bekommt dafür auch richtig was geboten. Die Spender erleben, wie  hinter der Glasscheibe das Licht angeht, die Glocke im kleinen Kirchlein ertönt, die Kirchentür sich öffnet und eine Pater-Figur heraustritt und den Segen erteilt.  Dieses kleine Schauspiel hat bereits Generationen von Kindern  fasziniert.

Das hat es auch mit Gerd Hinderberger getan. „Das war immer ein Highlight“, erinnert sich der Straßdorfer an die Ausflüge auf den Wallfahrtsberg in seiner Kindheit. Auch als Erwachsener kam er immer wieder auf den Berg - und schaute nach dem Päterle.  Deshalb war er auch sehr angetan, als ihn Diakon Herbert Baumgarten  2015 fragte, ob er als gelernter Feinmechaniker nicht das technische Innenleben des Opferstocks  wieder auf Vordermann bringen und betreuen möchte.  Diese  Anlage  ist alt, immerhin wurde der Opferstock 1909 auf dem Rechberg aufgestellt, damals in der Kirche.  Aus der musste er allerdings wieder entfernt werden, weil Besucher mit ihm immer wieder Unfug trieben und Lärm verursachten. 1928 bekam das Päterle seinen heutigen Platz vor dem Friedhof auf dem Berg.

Ganz feine Mechanik

Das Geschehen bis zum Segen, das sich nach Geldeinwurf in dem Opferstock abspielt,  wird angetrieben durch „eine ganz feine Mechanik“, wie Gerd Hinderberger fachkundig  beurteilt.  Und  die Anlage  sei eigentlich auch sehr robust. Dennoch setzten die Jahrzehnte im Freien dem Opferstock zu und irgendwann verweigerte das Päterle den Dienst. Hinderberger überholte die Mechanik, an die man übrigens gelangt, wenn man die Kirche umklappt. Und seit Sommer 2016 funktioniert das mit dem Segen für eine  Münze wieder.  Gerd Hinderberger sorgt dafür, dass das so bleibt:  Einmal im Jahr, so erzählt er, baut er die Mechanik aus dem Opferstock aus und nimmt sie mit nach Hause, um sie zu  ölen und zu überholen. 

Das i-Tüpfelchen

Ein i-Tüpfelchen   vermisst Gerd Hinderberger allerdings noch  an dem Opferstock und das möchte er hinzufügen: eine Tafel, die die Besucher des Wallfahrtsbergs über das Päterle informiert.  Für diese Tafel, die Hinderberger zusammen mit Unterstützern  fertigen lassen will, fehlt ihm allerdings noch eine Information: 1928, als der Opferstock ins Freie versetzt wurde, wurde ein neues Haus dafür gebaut.  Doch wer hat es gebaut? 

Dieses Detail würde Hinderberger gerne  auf der Info-Tafel festhalten, doch weder ein öffentlicher Aufruf noch Recherchen im Archiv der Kirchengemeinde  haben dazu bisher etwas ergeben, erzählt Hinderberger. Anrufer konnten ihm lediglich Hinweise auf ähnliche Opferstöcke in anderen Kirchen geben. In Giengen/Brenz werde  zum Beispiel immer zur Weihnachtszeit ein solcher mechanischer Opferstock aufgestellt, in dem bei Geldeinwurf ein Christkind erscheine.

Noch wartet Gerd Hinderberger mit der Herstellung der Info-Tafel ab und hofft, dass er darauf doch noch mitteilen kann, wer das Haus des Päterles  auf dem Rechberg gebaut hat.

Wer Hinweise geben kann, kann sich melden bei: Gerd Hinderberger, Alemannenstraße 45, 73529 Schwäbisch Gmünd – Straßdorf, Telefon: 07171/75663, E-Mail: gerd-hinderberger@hotmail.de.

Das war immer ein

Gerd Hinderberger, über das Päterle

Das Päterle stammt aus München

  • Die Kirche samt Päterle und Umgebung   wurde, so erzählt Gerd Hinderberger,  von der Firma Saum Apparatebau  gefertigt,  die  für solche Anlagen bekannt war. Ihr Sitz war jahrzehntelang in München. Sohn Josef Saum verlagerte sie Aufzeichnungen zufolge nach dem Krieg ins hessische Salmünster, wo sie bis 1975 existierte.

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