Rücksichtsvoll radeln an der Rems

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Mit einem Hinweisschild versucht die Stadt Lorch, Fahrradfahrer auf den Publikumsverkehr am Remsmittelpunkt aufmerksam zu machen. Die Betreiber des Food-Trucks haben ihren Wagen auch schon um einige Meter nach hinten versetzt.

Am Remsmittelpunkt in Waldhausen rund um den Food-Truck der Familie Weida ist oft viel los. Dadurch gibt es immer wieder Konflikte mit Radfahrern. Die Stadtverwaltung kennt das Problem.

Lorch-Waldhausen

Für die Remstal-Gartenschau 2019 wurde in der Klosterstadt und ihren Teilorten emsig gebaut und umgestaltet. Der Platz am Remsmittelpunkt in Waldhausen darf zu den gelungensten Errungenschaften zählen. Bei trockenem Wetter sitzen dort viele Menschen auf den Stufen am Ufer oder an den Tischen und Bänken auf dem Platz. Und Kinder nutzen oft und gerne die Spielgeräte. Seit Pfingsten lockt zudem am Wochenende wieder ein Food-Truck. Und auch der Hin- und Rückweg ist keine Schwierigkeit, seit der dortige Trampelpfad für die Gartenschau verbreitert und asphaltiert wurde.

Dass der Weg aber sowohl Fußgängern als auch Radfahrern zur Verfügung steht, bringt Probleme. Zumindest dann, wenn die Rücksichtnahme fehlt, findet Heidi Weida. Ihr und ihrem Mann Ralf gehört der Food-Truck, der neben den Fahrradständern am Remsmittelpunkt aufgestellt ist. "Ich muss immer wieder beobachten, dass Radler hier übertrieben schnell vorbeifahren", sagt die Weitmarserin. Zum einen seien das meist Fahrer von Rennrädern, aber immer mehr auch E-Bike-Besitzer. "Ich denke, durch den Motor kommt manchem das Gefühl für die Geschwindigkeit abhanden."

Der Weg befindet sich zwischen Weidas Wagen und der Fläche, auf der sich Leute aufhalten und Kinder spielen. Fragt man Familien, die dort sitzen, ist bei vielen die Sorge um den Nachwuchs spürbar: "Hier wird oft zu schnell gefahren, obwohl man doch sieht, dass auch Kleine unterwegs sind", meint eine Mutter. Heidi Weida berichtet von Kindern, die beim Weglaufen von der Theke nicht daran denken, nach rechts und links zu schauen. "Zum Glück ist bis heute noch nichts passiert."

Dass der Ausschank direkt am Weg nicht ideal ist, sei der Gastronomin klar. "Wenn sich die Leute bei uns anstellen, stehen sie auch mal auf dem Weg." Den Unmut von Radlern verstehe sie, es habe wohl auch schon Beschwerden bei der Stadt gegeben. Deswegen haben Weidas ihren Wagen um ein paar Meter versetzt. "Jetzt ragt die Theke nicht mehr so weit hinein." Außerdem bitten sie mit einem gut sichtbaren Schild, sich entlang der Theke aufzureihen, nicht quer über den Weg. Dass das aber trotzdem hin und wieder passiert, könne man nicht zur Gänze verhindern.

Ich bin schon von Radlern angeschrien worden.

Heidi Weida, Food-Truck-Betreiberin

Beschilderung optimieren

Auf den Publikumsverkehr machen auch zwei weitere Schilder aufmerksam. 20 Meter vor dem Platz von beiden Seiten kommend hat die Stadt Warnhinweise aufgestellt: "Fußgänger! Bitte langsam fahren!" Außerdem stellt Bürgermeisterin Marita Funk klar: "Hier handelt es sich um einen klassifizierten Radweg, der eine gemeinsame Nutzung als Geh- und Radweg zulässt." Das Schild dazu, das Rad und Fußgänger auf blauem Untergrund zeigt, ist für einen Fahrradfahrer von Plüderhausen kommend allerdings erst nach dem Remsmittelpunkt zu sehen. Das soll sich ändern, sagt Funk. Nach Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt und dem Ordnungsamt "wird die Stadt die Beschilderung optimieren".

Ordnungsamtsleiterin Susanne Martin zeigt sich über die Situation im Bilde und betont: "Bei kombinierten Rad- und Fußgängerwegen gibt es häufig Probleme." Sie erklärt, dass das genannte Schild näher an die Plüderhäuser Straße gesetzt werde. Radfahrer könnten so früh genug bemerken, dass sie Rücksicht nehmen müssen, hofft Heidi Weida. "Ich bin schon von Radlern angeschrien worden, dass das hier doch ein Radweg sei." Auf einen guten Umgang miteinander hofft Bürgermeisterin Funk: "Unabhängig von der Beschilderung setzen wir weiterhin auf Eigenverantwortung und Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer untereinander."

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