Salvatorvilla: Noch mehrere Punkte offen

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Der Schorndorfer Investor Gerald Feig will die Salvatorvilla sanieren. Dies führt zu kontroversen Diskussionen im Gemeinderat.
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Bauausschuss diskutiert Verfahren, Klimaneutralität und Bürgerpark.

Schwäbisch Gmünd. Bei der Sanierung der Salvatorvilla unterhalb des Salvators und drei Gebäuden, die dort entstehen sollen, sind für Gmünds Ratsfraktionen noch mehrere Fragen offen. Diese beziehen sich auf den Klimaschutz, auf die Öffnung des Parks für die Bürgerschaft, auf Art und Größe eines Pavillons und auf einen Durchgang zum Kreuzweg zum Salvator. Dies machten Vertreter aller Fraktionen am Mittwoch im Bauausschuss deutlich.

Unterhalb des Salvators will der Schorndorfer Investor Gerald Feig 27 Wohnungen bauen, fünf davon in der Villa. Die Fläche, auf der die 27 Wohnungen entstehen sollen, umfasst insgesamt etwa 7500 Quadratmeter. Die drei neuen Gebäude enthielten viel Holz und Dachbegrünung, sagte Gerhard Hackner, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, im Bauausschuss. Östlich der Villa soll es einen Pavillon geben, zu dem Toiletten und ein Lager für Stühle gehören, die für Veranstaltungen notwendig sind. Diese würden in den Hang hineingeschoben, damit keine Stockigkeit entstehe.

„Wir tragen drei Gebäude mit“, sagte Christof Preiß (CDU), weil diese architektonisch ansprechend seien. Dies, obwohl die Bebauung am Salvator aus dem Jahr 1612 ein Kleinod sei, das nicht vollends zugebaut werden dürfe. Eine ursprünglich geplante Orangerie müsse entfallen, der Pavillon müsse, wie beschrieben, in den Bebauungsplan integriert werden.

Die Grünen bestehen auf einer „vollen umweltverträglichen Prüfung“, wie Karl Miller deutlich machte. Zudem wollten sie eine „klare Aussage“, wie der Park für die Bürger offen ist, und „nicht nur eine Absichtserklärung“. Zudem sind den Grünen die „Zwischenräume zwischen den drei Gebäuden zu gering“, dies habe „negative Auswirkungen auf das Stadtklima“.

Es sei Zeit, „dass wir einen Punkt machen“, sagte Johannes Zengerle (SPD). Seine Fraktion werde mehrheitlich zustimmen. Der Gemeinderat habe 2013 beschlossen, auf diesem Grundstück zwei Häuser mit einer maximalen Höhe von zehn Metern zu errichten, sagte Prof. Dr. Andreas Benk (Linke).Daran orientiere sich seine Fraktion. Dies sah Preiß anders: Der Beschluss von 2013 habe sich auf eine kleinere Fläche bezogen.

Zu „vage“ war auch Benk die Aussage des Investors, im Park „bis zu 20 öffentliche Veranstaltungen“ durchzuführen. Auch wolle er wissen, was „möglichst“ bedeute, wenn der Investor von einer „möglichst klimaneutralen“ Bebauung spreche. Benk erinnerte daran, dass bei 27 Wohnungen mindestens vier bezahlbarer Wohnraum sein müssten.

„Die Idee steht und fällt mit der Zugängigkeit des Parks“, sagte Dr. Constance-Schwarzkopf-Streit (FWF). Durch das Vorhaben gewinne der Park an Attraktivität. Eine „ansprechende Bebauung“ sah Brigitte Abele (BL). Wichtig sei, dass der Park begehbar sei. Einen Durchgang zum Kreuzweg brauche sie nicht. „Man kann nicht alles reglementieren, muss auch mal Vertrauen in einen Investor haben“, sagte Abele und verwies auf Gerald Feigs Sanierung der Villa Hirzel. Es sei Zeit loszulegen, sagte Dr. Peter Vatheuer (FDP/FW). Dies sei ein Vorhaben, das Gmünd nach vorne bringe.

Oberbürgermeister Richard Arnold griff die Punkte der Fraktionen auf. Die Verwaltung werde die Geschwindigkeit des Verfahrens auf den Prüfstand stellen, sich mit den Fragen der Klimaneutralität und des bezahlbaren Wohnraums befassen. Ob ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet wird, entscheidet der Rat am 7. Juli. Michael Länge

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