Scheune wird zum Weihnachtsland

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In der "Lamba-Scheuer" in Herdtlinsweiler (v.li.) Georg Schleicher, Frank Messerschmidt, Marion Baur mit David und Anne Ohly.

In Herdtlinsweiler dürfen ab dem ersten Advent wieder viele Krippen aus aller Herren Länder bewundert werden. Erstmals öffnet sich die "Lamba-Scheuer".

Gmünd-Herdtlinsweiler

Seit Oktober sind sie zu Gange, die Mitglieder des Dorf- und Krippenvereins in Herdtlinsweiler, haben inzwischen im Ort insgesamt elf Krippen aufgebaut. Viel Arbeit, die "aller Mühen lohnt", wie Frank Messerschmidt findet. Denn erfahrungsgemäß werden wieder die Besucher aus der ganzen Region von Krippe zu Krippe pilgern. Da quasi am Wegesrand im Ort zu finden sind, also im Freien. Damit ist die beliebte Aktion auch trotz Corona heuer möglich.

Also verwandelt sich der kleine Ort wieder in ein Weihnachtsdorf. Neu dabei ist diesmal die Leihgabe einer Gmünder Familie, die bemalte Wachs-Krippenfiguren zur Verfügung gestellt hat. Diese ganz spezielle Krippe findet sich nun – hübsch anzusehen, dekoriert mit rotem und grünem Samt – nahe der Kapelle. "Wir haben extra zu diesen Stoffen gegriffen, da es eigentlich eine Biedermeierkrippe ist", schildert Frank Messerschmidt. Sei zu erwähnen, dass über der Szene mit Stall mit der heiligen Familie ein Kronleuchter zu sehen ist.

Auch in der Kapelle selbst sind wieder Krippen aufgebaut. Drei an der Zahl. Allerdings muss hier auf die Abstandsregeln geachtet werden. Sprich, wegen der vorgegebenen Quadratmeterzahl können immer nur fünf Personen gleichzeitig in die Kapelle zu den Krippen.

In diesem Jahr gibt es noch ein Novum, ein ganz besonderes: Marion Baur und ihre drei "Arnold-Brüder" haben die private Scheune geöffnet. Wer diese betritt, fühlt sich schnell selbst als Teil einer weihnachtlichen Kulisse. Oben steht ein Rentier, das den großen Schlitten zieht. "Mit dem ist mein Mann einst mit dem Pferd dran nach Weiler gefahren, beladen mit Milchkannen", erinnert sich Elfriede Arnold strahlend. Jetzt wurde der Schlitten aus seinem Schattendasein hervorgezogen und glänzt in neuem Licht. Denn die Scheune ist mit ihren unterschiedlichen Szenen zur Weihnachtszeit perfekt illuminiert. "Das ganze Jahr über hab‘ ich Dinge im Ort gesammelt, die ich für diese Weihnachtsscheune brauchen konnte", beschreibt Marion Baur, die Ideengeberin.

Woher der Impuls kam? "Wir haben für die Hochzeit meines Neffen die Scheune ausgeräumt. Da kam der Gedanke auf", erklärt sie. Übrigens, die Scheune ist als "Lamba-Scheuer" im Ort bekannt und steht gegenüber der Kapelle. Die ganze Familie packte mit an. Und was entstanden ist, bezaubert mit Sicherheit alle Generationen. Sogar ein Bewirtungsbereich im gemütlichen Ambiente ist vorbereitet worden. "Aber daraus wird in diesem Jahr leider nichts", bedauert Marion Baur die Umstände durch Corona. "Aber im nächsten Jahr wird es klappen, und dann gibt es noch mehr zu sehen", macht sie neugierig.

Und es sind noch weitere Dinge entlang des Krippenwegs zu entdecken, die neu angeschafft wurden, erklärt Messerschmidt. Etwa ein Hirte mit seinen Schafen auf der Wiese und Ähnliches. Angeschafft wurden die Figuren dank der Spenden an den Krippen- und Dorfverein. "Die kommen auch aus Stuttgart und Esslingen", freut sich Messerschmidt über die Resonanz auf die Krippenausstellung.

Info: Wegen Corona können keine Adventsandachten gehalten werden. Georg Schleicher kümmert sich um das Öffnen und Schließen der einzelnen Krippen. Diese können ab dem 1. Advent und bis Dreikönig jeweils täglich von 10 bis 20 Uhr betrachtet werden.

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