„Schlechtes Zeugnis ausgestellt“

Wie die Fraktionen die Zahlen und Empfehlungen der neuen Verkehrsstudie für Gmünd bewerten.

Schwäbisch Gmünd. Es ist ein Thema mit viel Diskussionsbedarf: Wie interpretiert man die Zahlen zum Verkehr? Wie sind die vorgeschlagenen Maßnahmen einzuschätzen? Stellungnahmen von Vertretern der Gemeinderatsfraktionen aus dem Bau- und Umweltausschuss.

Thomas Kaiser (CDU): „Es ist gut, dass wir die Grundlagen und belastbare Zahlen haben. Der Landrat ist ja begeistert, und sagt, der ÖPNV in Gmünd ist super. Aber wir sind nun auf den Boden der Tatsachen gebracht. Wir sind auf dem Level, dass schon genug Geld in den ÖPNV fließt, aber noch nicht genügend Leute mitfahren. Bei Push-Faktoren muss man immer etwas vorsichtig umgehen, da stehen wir auch im Wettbewerb mit Nachbarstädten. Dienstleister und Handwerk sind wichtige Wirtschaftsfaktoren, die dürfen wir nicht aus der Stadt drängen.“

Karl Miller (Grüne): „Es gibt ein paar Punkte, wo uns ein schlechtes Zeugnis ausgestellt wird, das müssen wir uns, Herr Oberbürgermeister, als ganz dickes Minus ins Buch schreiben, da haben wir nichts erreicht. Wir müssen im nächsten Haushalt deutlich höhere Mittel für die Radwege aufwenden, sonst kommen wir nicht weiter. Es geht nicht ohne den Autofahrern wehzutun, wir müssen da ganz dringend was machen.“

Tim-Luka Schwab (SPD): „Was uns noch zu wenig ist, sind die Maßnahmen, da muss deutlich mehr kommen. In den letzten zehn Jahren hat sich nicht wirklich etwas bewegt, wir müssen wesentlich mehr die Maßnahmen in die Hand nehmen, die uns zur Verfügung stehen.“

Andreas Benk (Linke): „Die Empfehlungen sind ganz ähnlich dem, was der Gemeinderat 2020 für die lebenswerte Altstadt beschlossen hat, das ist zum Teil genau dasselbe. Wir haben kein Analyseproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem, seit vielen Jahren. Wir hören immer wieder dasselbe, und das frustriert.“

Ullrich Dombrowski (Bürgerliste): „Es ist schon erschreckend, dass sich in zehn Jahren nichts Nennenswertes getan hat. Und ich habe meine Bedenken, ob es reicht, wenn wir das Angebot etwa durch eine Fahrradstraße stärken, wenn diese Beharrlichkeit besteht beim Mobilitätsverhalten. Beim Forum Weststadt war überraschend, wie heftig die Gegenwehr war gegen die Fahrradstraße. Die Akzeptanz zwischen Fahrradfahrern und Autofahrern hat, so mein Eindruck, deutlich abgenommen.“ ⋌mü

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