Schönblick-Pläne: Entscheidung ist ein „ökologischer Fehler der Stadt“

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Der Waldrand, wo das neue Schönblick-Heim entstehen soll.

Bürgerinitiative Taubental fordert vom Stadtrat den Stop des umstrittenen Bauvorhabens.

Gmünd-Rehnenhof. Jetzt ist der Stein der Weisen endlich gefunden, resümiert die Bürgerinitiative (BI) Taubental. „Wir müssen nur den Wald abholzen, das Gelände neu bebauen. Das ist dann eine echte ökologische Aufwertung. Ein argumentativer Kopfstand der dreisten Art,“ bringt die BI-Sprecherin und Ortschaftsrätin Ursula Böttinger das Bebauungsplanverfahren um das Pflegeheim Schönblick auf den Punkt.

Der Ortschaftsrat Rehnenhof-Wetzgau gab in seiner jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche grünes Licht für die Weiterführung des Verfahrens für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan in einem Waldstück am Rande des Taubentalwaldes. „Es ist unmoralisch in der heutigen Zeit, einem Betrieb, wie dem Schönblick, zu erlauben in einen Wald zu bauen, und ihn dabei zu zerstören“, sagt BI-Sprecherin Ursula Böttinger dazu. Und weiter: „Es hätte weiß Gott auf dem Gelände des Schönblicks genug Platz für das Pflegeheim gegeben.“

Die Bürgerinitiative Taubental bedauert diesen aus ihrer Sicht „ökologischen Fehler der Stadt Schwäbisch Gmünd“. Ein solcher Eingriff in die intakte Natur widerspreche allen Klimazielen der Stadt. Die Ersatzaufforstung in der Gemarkung Metlangen sei der Bürgerinitiative zufolge „keinerlei Ersatz für diesen unverantwortlichen Eingriff in die intakte Natur“. „Wir dürfen uns angesichts der Klimaentwicklung solche Fehler überhaupt nicht mehr erlauben“, meint Ursula Böttinger.

Die Bürgerinitiative Taubental verweist auf den Wald als wichtigen Lebensfaktor für die Stadt Schwäbisch Gmünd. Er sei Regenrückhalt, Sauerstoffproduzent, Luftreiniger und Frischluftlieferant für eine im Sommer aufgeheizte Innenstadt. Diese Punkte habe das amtliche Umwandlungsgutachten der Forstbehörde total ignoriert, teilt die BI Taubental in einer am Montagabend veröffentlichten Stellungnahme mit. Viele Bi-Mitglieder sehen das als Grundlage für eine Fachaufsichtsbeschwerde an.

Zumal es alternative Fläche gegeben habe, betont die BI Taubental. Zum Beispiel auf einen großen Parkplatz. „Aber für die Schönblick gGmbH war das zu teuer.“ Jetzt scheint es, spiele Geld keine Rolle mehr angesichts der Zusatzmaßnahmen für Wasserrückhalt und den geologischen Problemen mit Sandstein und Knollenmergel. „Hoffentlich geht da der Schuss nicht nach hinten los.“ Offene Baugrube und Starkregen könnten einen teuren Erdrutsch provozieren, befürchtet man bei der BI.

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