Seelsorge-Handwerkszeug für unterwegs

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Schwester Katharina Maria Scherer und Waltraud Krebs präsentieren die Seelsorgetaschen und deren Inhalt.

Der Einsatz der „Begleiterinnen der Seelsorge“ ist in Corona-Zeiten besonders gefragt.

Schwäbisch Gmünd. In den Seniorenzentren St. Anna, Haus Deinbach und Haus Riedäcker sowie beim Pflegedienst Vinzenz ambulant kümmern sich „Begleiterinnen der Seelsorge“ um Menschen in belastenden Situationen. In Corona-Zeiten ist ihr Einsatz besonders gefragt.

„Corona und die damit verbundenen Ängste sind ein großes Thema bei den Kunden, auch das Thema Einsamkeit“, sagt Angela Kuck. Die Altenpflegehelferin bei Vinzenz ambulant Bettringen ist eine „Begleiterin der Seelsorge“. So heißen die Teams von eigens ausgebildeten Mitarbeitern in allen Einrichtungen der Vinzenz von Paul gGmbH. Sie sollen besonders auf die seelischen Nöte von Kunden, Bewohnern, Angehörigen und Kollegen achten. Darüber hinaus sollen sie helfen, das Thema Seelsorge immer wieder in die tägliche Arbeit zu tragen.

Für Schwester Katharina Maria Scherer ist dieser Aspekt ein ganz entscheidender. Als regionale Seelsorgebeauftragte koordiniert und begleitet sie die Teams und betont: „Wir verstehen Seelsorge als Sorge um den Menschen und haben so das körperliche, psychische und geistige Wohlbefinden im Blick.“ Seelsorge sei für alle da und zugleich eine Aufgabe für alle. „Es geht immer wieder darum, diese ganzheitliche Sorge um den Menschen auch als innere Haltung zu verstehen, die Seelsorge gemeinsam zu tragen und so dafür zu sorgen, dass der andere in Würde leben und arbeiten kann.“

Schwester Katharina Maria sieht dies auch ein Zeichen gegen den Vorwurf, „die Kirche“ sei in Corona-Zeiten zu wenig präsent. „Klar hat die Pandemie manches erschwert oder gar unmöglich gemacht. Wir haben den Glauben trotzdem gefeiert – nur eben anders.“ Und überhaupt: „Caritas ist ein wesentlicher Grunddienst der Kirche. Gerade die Pflegekräfte waren im vergangenen Jahr ganz vorne dran beim Dienst am Menschen. Auch so wird Kirche sichtbar.“

Damit die Seelsorgeteams das praktisch im Alltag umsetzen können, gibt es seit Anfang des Jahres als Handwerkszeug Seelsorgetaschen, in die ganz unterschiedliche Gegenstände gepackt sind. Diese sollen helfen, ins Gespräch zu kommen, Trost zu spenden, gerade auch dann, wenn die Worte fehlen. Die Taschen wurden mit Unterstützung der Mutter-Teresa-Stiftung angeschafft. In ihnen finden sich neben klassischen Elementen der Seelsorgebegleitung wie Kreuz, Gebetsbuch oder Rosenkranz, auch Wutbälle, Leuchtsterne, Entspannungsbäder oder ein Säckchen Positives.

Was ihr persönlich geholfen hat, erzählt Karin Widmann, bei Vinzenz von Paul als Beauftragte für Gemeinwesenarbeit tätig. Weil während der Pandemie immer wieder Fachkräfte ausfielen, hat sie im vergangenen Jahr mehrfach in der Pflege ausgeholfen. Dabei hat sie aus der Seelsorgetasche das Gebetsbuch If I Could Pray begleitet. „Das hat mir sehr gut getan, in einer noch nie dagewesenen Situation vertrauen zu dürfen, dass ich nicht alleine bin.“

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