Sehr vorsichtiger Optimismus für den Gmünder Einzelhandel

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Nicht nur in den Einzelhandelsgeschäften am Marktplatz tut sich was. Wirtschaftsbeauftragter Alexander Groll sieht Anzeichen für eine Belebung nach der coronabedingten Lähmung.
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Wirtschaftsbeauftragter Alexander Groll sieht Anzeichen für Belebung. Statt Spielwaren Gastronomie am Kornhausplatz geplant.

Schwäbisch Gmünd. Noch keine Trendwende, aber ein zarter Hoffnungsschimmer: So beschreibt der städtische Wirtschaftsförderer Alexander Groll seinen Eindruck  vom Einzelhandel in der Gmünder Innenstadt.   In der Tat gibt es Bewegung  in  Gmünder Ladengeschäften: Schließungen, aber eben auch Neueröffnungen. Unterm Strich, so meint er, scheinen  sich die Leerstände  zu reduzieren. Ob  diese Entwicklung von Dauer ist,  vermag Groll nicht zu sagen.  So hat etwa die Modekette Orsay ihre Filiale im City-Center geschlossen,  doch er habe bereits vier Unternehmen, die Interesse an diesem Standort direkt am  Eingang  haben, an den Eigentümer des  Centers  vermittelt.

Gastro statt Spielwaren

Auch keine großen Sorgen bereiten ihm die  Räume  des alteingesessenen Spielwarengeschäfts Böttinger   im Milchgässle.   Böttinger wolle  in den nächsten Wochen in die Kornhausstraße, in  die früher von Nähwelt Schweizer  genutzten Geschäftsräume, umziehen, nachdem  es beim Haus im Milchgässle einen Eigentümerwechsel gab. Der neue Eigentümer  wolle das bisherige Spielwarengeschäft umbauen, weiß Alexander Groll. Ziel  sei es, dort Gastronomie anzusiedeln.  Dafür sieht der Wirtschaftsbeauftragte  an dieser Stelle direkt am Kornhausplatz auch gute Chancen.  Nach Grolls Kenntnis ist noch nicht entschieden, welcher Pächter dort einzieht und damit auch noch offen, welche Art Gastronomie dort entsteht. Doch es gebe in Gmünd stets mehrere Gastronomen, die Standorte suchen.  

In der Bocksgasse ist die Wohngalerie gleich mit zwei Standorten vertreten: im Gebäude Bocksgasse 21, das Wohngalerie-Chef Martin Naghdtschi auch gehört, und seit Herbst 2021 auch als Pächter in der Bocksgasse 29, in der vorher der Schuhhändler Deichmann war.  Vor kurzem kündigte Naghdtschi an, die Bocksgasse 29 wieder aufzugeben wegen Unstimmigkeiten mit dem Vermieter.  Doch inzwischen, sagt er,  gibt es Gespräche zwischen ihm und dem Vermieter - nicht zuletzt  durch den Einsatz der Stadt, wie er betont. In den nächsten Tagen werde sich entscheiden, ob die Wohngalerie mit zwei Standorten in der Bocksgasse präsent bleibt. Wenn das so ist, werde  allerdings das Teppichhaus Isfahan, das ebenfalls der Familie Naghdtschi gehört, am westlichen Ende der Bocksgasse wie  bereits angekündigt schließen. Der Teppichhandel,  verbunden mit einem Sortimentswechsel, werde  dann ebenfalls in die Bocksgasse 29 verlegt.

Neues auch am Marktplatz: An  der Ecke zur Postgasse ist der Optiker „eyes and more“, der über 200 Filialen in Deutschland hat, in die früheren Räume der Boutique Meila eingezogen. Nur wenige Häuser weiter hat die Bäckerei Mack ihre Gmünder Filiale aufgegeben. Dort  wird es jedoch auch weiterhin Backwaren geben: Die Bäckerei Reimann, bereits in der Ledergasse vertreten, zieht ein. Eine Mitarbeiterin bestätigt, dass Reimann bereits nächste oder übernächste Woche - der genaue Termin stehe noch nicht fest - am Gmünder Marktplatz eröffnen wird. Die Filiale in der Ledergasse bleibe bestehen.

In der Ledergasse eröffnet in gut einer Woche das Kaffeewerk Pabst. Das Unternehmen, das seinen Sitz in Mutlangen hat, bietet Kaffee-Vollautomaten und ähnliche Geräte sowie einen Reparaturservice an und betreibt darüber hinaus eine eigene Rösterei. In der Ledergasse nimmt Pabst die Geschäftsräume ein, die vorher die Boutique Schwarz & Schwarz hatte. Sie ist inzwischen an den Kalten Markt umgezogen.

Sorge wegen Corona

Es sei zu früh, von einer Trendwende zu sprechen, fasst Alexander Groll zusammen. Aber nach der Corona-Zeit mit ihren Lockdowns scheine sich der stationäre Einzelhandel wieder zu beleben. Und auch die Gastronomie biete Anlass zur Hoffnung. Offenbar, meint Groll, wachse nach den Corona-bedingten Einschränkungen die Lust wieder, vor Ort zu bummeln, einzukaufen und einzukehren. Auch im Bemühen, das größte Sorgenkind der Gmünder Leerstände, das Kaufhaus Woha am Marktplatz, wieder zu beleben, sei man „auf einem guten Weg“, aber der brauche Zeit. Doch auch die Sorgen wegen Corona sind nicht ganz verschwunden: Groll berichtet von einem Gmünder, der eine pfiffige Einzelhandel-Idee habe, sie aber noch nicht umsetzen möchte aus Sorge vor einem erneuten Corona-Ausbruch im Herbst.

Ein erster sanfter Trend zur Belebung.“

Alexander Groll,, Wirtschaftsbeauftragter

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