Shoppen für den guten Zweck

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600 bis 1000 Kleidungsstücke sind verkauft worden, schätzen die Veranstalter vom Rehnenhof.
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Rund 40 Freiwillige machen das „Mode Outlet“ im Gemeindehaus St. Maria auf dem Rehnenhof zum Erfolg. Eine Wiederholung im Frühjahr mit neuer Ware ist anvisiert.

Schwäbisch Gmünd-Rehnenhof

Wir wollen so viel wie möglich helfen. Zu viel konnte in diesem Jahr aufgrund von Corona nicht stattfinden, etwa unser Bastelmarkt zu Advent.“ Karl Beck und Alex Wurst blicken sich an und nicken. „Wir haben es geschafft“, räumen die beiden am Samstagnachmittag um 16 Uhr ein.

Die letzte Kundin hat das „Mode Outlet“ im katholischen Gemeindehaus in Wetzgau verlassen. Daneben steht Pfarrer Matthias Frank. Er wirkt ein wenig müde, aber glücklich. „Es ist eine tolle Gemeinschaft, ein top Miteinander gewesen.“ Er meint die rund 40 Ehrenamtlichen, die ab Mittwochabend bis einschließlich Samstagabend zur Stelle waren. Flexibel. Freundlich. Zum Einsatz bereit.

„Und das generationenübergreifend“, wie Robin Kucher als Mitorganisator noch anfügt. Ja, es war ein Versuch. Mutig, in dieser Zeit der Corona-Auflagen. Doch man hat es als eine der wenigen Kirchengemeinden in der Region gewagt und ist ins kalte Wasser gesprungen für den guten Zweck. Das Gemeindehaus wurde binnen kurzer Zeit in einen Einkaufsladen verwandelt, es gab sogar Anprobe-Kabinen. „Und als wir bemerkten, dass Rollstuhlfahrer und Rollatorennutzer die Treppe zu den Kabinen nicht hochkommen, wurde aus der behindertengerechten Toilette ebenfalls eine Anprobe-Kabine, inklusive hohem Spiegel“, beschreibt Pfarrer Frank.

Frank ist stolz auf das Erreichte, stolz auf seine Gemeindemitglieder, die sich voll einbrachten. Denn das Mode Outlet mit den Topmarken zum günstigen Preis wurde bestens angenommen. Insgesamt gab’s mindestens 200 Kunden. „Und keiner ist ohne irgendwas einzukaufen wieder gegangen“, stellt Karl Beck erfreut fest.

Von Einzelhändlern gestiftet

In Zahlen kann der Erfolg der Benefizaktion noch nicht ausgedrückt werden. „Es sind wohl zwischen 600 und 1000 Teile verkauft worden“, schätzt der Pfarrer. Die 60 Kleidersäcke, die am Mittwochnachmittag ankamen, werden den Gmünder Stadtteil auf jeden Fall um einiges leerer wieder verlassen. Fein säuberlich wieder befüllt mit Pullovern, Jacken, Schals, Herrenwesten, Damenblusen, nach Größen geordnet. Eine Riesenarbeit, ein Kraftakt, der von allen Ehrenamtlichen da gestemmt wurde.

Der Erlös ist für die Dienerinnen der Armen und für die „Aktion Hoffnung“ je hälftig. Man konnte also „Shoppen für den guten Zweck“. Mit Markenware, die durch den Lockdown vergangenes Jahr die Herbst- und Winterkollektion in den Regalen ließ, und von Einzelhändlern gestiftet wurde für den guten Zweck. „Wir haben es geschafft, jetzt kann die Adventszeit genossen werden“, freut sich Pfarrer Matthias Frank.

Mitstreiter Robin Kucher schildert, dass die Kundschaft aus der weiten Region kam, auch aus Lorch und Waldstetten oder etwa Leinzell. Ohne Murren wurde die zwei G-Regel befolgt, nur zwei Kunden mussten aufgrund des fehlenden Impfstatus abgewiesen werden. Pfarrer Frank schildert, dass die meisten Seniorinnen und Senioren ebenso mit der Covid-Pass-App und der Luca-App ausgestattet waren wie die Jüngeren. Und dass einige gleich zweimal vorbeischauten.

Dass das Mode Outlet sehr gut angenommen wurde, zeigt auch die Tatsache, dass am Eingang rund ein Liter Desinfektionsmittel verbraucht wurde. „Der Spender steht sonst an der Marienkirche“, erklärt der Geistliche. Zudem freuten sich viele Kunden, dass mit EC-Karte bezahlt werden konnte. Die nötige Infrastruktur war von den Initiatoren aus Rottenburg zur Verfügung gestellt worden.

Im kommenden Frühjahr soll es wieder ein Mode Outlet auf dem Rehnenhof geben.

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