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Dr. Monika Boosen beschäftigt sie sich seit Jahrzehnten mit Kunst und Baukultur in Schwäbisch Gmünd - nun wird sie 70. Foto: Tom
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Dr. Monika Boosen, ehemalige Museumsleiterin und langjährige Kennerin der Sammlung, ist 70. 

Schwäbisch Gmünd. Warum ist der Schlussstein des Münster-Gewölbes im Museum ausgestellt, warum ist die „Wahre Länge Christi“ ein so bedeutendes Werk in der Sammlung? Antworten darauf und auf wohl alle Fragen zu Museum, Münster und Johanniskirche sind bei Dr. Monika Boosen immer abrufbar. Seit Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit Kunst und Baukultur in Schwäbisch Gmünd. An diesem Donnerstag feiert die ehemalige Museumsleiterin ihren 70. Geburtstag.

Der Beruf erfüllt sie weiter. Sie forscht und schreibt Bücher, ist in der Museumspädagogik aktiv und auch in die Vorbereitung neuer Ausstellungen einbezogen. Ihr berufliches Engagement in Schwäbisch Gmünd begann in den 1980er-Jahren. Damals hatte sich die Münstergemeinde entschlossen, den Münsterschatz als Dauerleihgabe ans Museum zu übergeben. Dabei hatte die studierte Archäologin und Kunsthistorikerin mit Silber und Gold zuvor eher weniger zu tun. „Ich habe Neuland betreten und mich intensiv mit dem Thema befasst“, sagt sie heute. Ein zweiter Schwerpunkt kristallisierte sich heraus: In der Kunstgewerbesammlung, die den Grundstock des Museums bildet, fanden sich zahlreiche Silberarbeiten. „Vieles war einfach in Schränken verborgen“, sagt Dr. Monika Boosen. Stück für Stück hat sie die Werke katalogisiert und auch für spätere Ausstellungen vorbereitet. Als kurze Zeit später aus der Initiative Ott-Pausersche-Fabrik ein Museum wurde, war sie erste Ansprechpartnerin. „Es war ein Großprojekt“, das sie zu bewältigen hatte. 1992 wurde eröffnet und Gmünd ist seither um ein Alleinstellungsmerkmal reicher. Weitere Aufgaben warten. Etwa der Umbau des zweiten und dritten Obergeschosses fürs Museum im Prediger. Vorbei die Zeit, als das Museum die Räume noch mit Stadtbibliothek und Volkshochschule teilen musste. Für die Schausammlung standen jetzt zwei Etagen zur Verfügung. Frühgeschichte bis Barock finden Besucherinnen und Besucher im dritten Obergeschoss, die Neuzeit eine Etage tiefer.

Parallel dazu war Dr. Monika Boosen immer mit Ausstellungsvorbereitungen beschäftigt. Groß inszeniert wurde die Stauferausstellung zum Stadtjubiläum 2012. Damals war auch das Original der Staufischen Madonna der Johanniskirche erstmals im Museum zu sehen. Passend zur Landesgartenschau sahen Kunstinteressierte 2014 Werke aus der Sammlung Wild zum Thema „Früchte“. Bedeutend für Schwäbisch Gmünd auch die Präsentation zum 200. Geburtstag Emanuel Leutzes, Historienmaler mit Gmünder Wurzeln.

Mit ihren Schriften „verlängert“ Dr. Monika Boosen die Ausstellungen, in Schrift und Bild kann man sie in den Ausstellungskatalogen auch Jahre später noch betrachten. Ob Münsterschatz, Palmesel oder die Staufer, viele Bücher tragen die Handschrift der früheren Museumsleiterin. Mit dem Heilig-Kreuz-Münster hat sie sich immer beschäftigt, 1990 einen Münster-Führer im Einhorn-Verlag veröffentlicht. 2022 gab es erneut ein Buch zu diesem Thema. Da bleibt nicht viel Zeit für Freizeitbeschäftigung. Gerne kniet sie sich in Fachliteratur, hörte schon mal Konzerte in Bayreuth oder während der Mozartwoche in Salzburg. Da war Dr. Monika Boosen auch immer wieder mit ihrer Familie, die 1961 nach Schwäbisch Gmünd gezogen ist. Gebürtig ist sie in Saarbrücken. In Heidelberg studierte sie Archäologie, Kunstgeschichte und Alte Geschichte und promovierte über „Etruskische Meeresmischwesen“. Ihre berufliche Laufbahn führte sie über die Staatliche Kunstsammlung Kassel nach Schwäbisch Gmünd.

⋌Kuno Staudenmaier

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