Spiegelglatte Brücke – zehn Betroffene

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Die Unfallaufnahme zog sich über fast fünf Stunden hin. Insgesamt waren zehn Fahrzeuge in das Geschehen auf der Brücke verwickelt. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf 118 000 Euro.
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Was sich auf der Bundesstraße zwischen Wetzgau und Mutlangen am frühen Dienstagmorgen ereignet hat – die Polizei meldet einen Schwer- und vier Leichtverletzte. Hoher Schaden.

Mutlangen. Vor und nach der Brücke war nichts – aber auf der Brücke war es spiegelglatt", erzählt Mutlangens Kommandant Daniel Hirsch vom Unfallgeschehen auf der Bundesstraße B 298. Zehn Autos waren am Dienstag dort in drei Unfälle verwickelt. Das Ergebnis: ein Schwerverletzter, vier Leichtverletzte und viel kaputtes Blech. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf 118 000 Euro.

Gegen 5.30 Uhr hatte sich bei Nebel der tückische Straßenbelag wohl gebildet. Um 5.45 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, die unter der Einsatzleitung von Johannes Bader am dunklen Einsatzort erst mal ins Zählen kam – vier betroffene Fahrzeuge, sieben Fahrzeuge, zehn Fahrzeuge – da sich die Unfälle über die ganze Länge der Brücke hinzogen.

Laut Polizeibericht war der Renault einer 21-Jährigen auf der Fahrt Richtung Gschwend bei Glatteis ins Schleudern geraten und nach links in die Leitplanke geprallt. Ein entgegenkommender 23-jähriger Mercedes-Fahrer konnte noch rechtzeitig abbremsen. Dahinter Fahrenden gelang dies aufgrund des Glatteises und des Nebels nicht mehr, sodass sie mit dem Renault und mit dem Mercedes kollidierten. Die 23 Mutlanger Floriansjünger bauten zunächst die im Gerätewagen Transport mitgeführte Beleuchtung auf. Sie mussten ein Unfallopfer mit technischem Gerät aus dem demolierten Fahrzeug befreien. Außerdem versorgten sie auch das von den Aktiven der Igginger DRK-Ortsgruppe inzwischen aufgebaute Zelt mit Strom. Bis dahin habe man die frierenden Unfallopfer in den Löschfahrzeugen untergebracht, erzählt Daniel Hirsch.

Denn bis alle Personalien aufgenommen, der Unfallhergang durch die Beamten der Polizei rekonstruiert war und die Fahrzeuge abgeschleppt werden konnten, sollte es Stunden dauern. Die B 298 war bis 10.20 Uhr voll gesperrt. Im Stau kam es laut Polizei zu zwei Folgeunfällen. Auf der Haselbachbrücke waren neben vier Fahrzeugen und rund 23 Einsatzkräften der Feuerwehr Mutlangen, sechs Besatzungen des Rettungsdienstes, darunter die Schnelleinsatzgruppe, sowie fünf Streifenbesatzungen der Polizei im Einsatz. Vertreter der Straßenmeisterei richteten eine Umleitung ein und streuten die Straße ab.

"Ich bin total froh, dass es keine sehr schwer Verletzten gegeben hat und vor allem, dass kein Auto die Brücke runtergestürzt ist", sagt Bürgermeisterin Stephanie Eßwein. Die Glätte sei wirklich tückisch gewesen, weil vielerorts Plusgrade herrschten.

Die Glätte auf der Brücke habe sich aufgrund punktuell auftretendem Nebels gebildet, sagt Susanne Dietterle vom Landratsamt. Auf dieser Brücke an der B 298 gebe es leider keine Glättemeldeanlage. Es sei auch nicht vorgesehen, eine dieser neuen Anlagen dort einzubauen, da es sich nicht um eine exponierte Stelle handle, die für einen größeren Abschnitt relevante Straßenzustandsdaten abbildet. Im Winter müsse auf Brücken immer mit plötzlicher Glätte gerechnet werden.

Sicherheitstipps aus Fahrlehrersicht

Gefahr, wenn die Straße glänzt

Plötzliche Glätte – das gibt es, sagt Heike Hilbig, die Vorsitzende des Kreisvereins Ostalb im Fahrlehrerverband Baden-Württemberg und ergänzt, aber meistens gebe es eine Vorwarnung: Wenn das Thermometer nur ein Grad anzeigt und die Straße vom Regen tags zuvor feucht ist, dann sei es ratsam für den Autofahrer, mit Glätte zu rechnen. Erst recht auf einer Brücke, die von unten gekühlt ist und bei Nässe oder Nebel deshalb schnell eine richtig gefährlich Rutschbahn. Was die Fahrlehrerin rät?

Falls notwendig, das Auto komplett freikratzen und nicht nur ein Guckloch, wie das leider oft zu sehen sei.

Die Geschwindigkeit anpassen - womöglich langsamer fahren als die erlaubten Stundenkilometer.

Ruckartige Lenkbewegungen vermeiden und vor allem mit ausreichend Abstand fahren, damit man nicht zum plötzlichen Bremsen gezwungen ist, bei Gefahr sanft reagieren und trotzdem rechtzeitig anhalten kann.

Jetzt unbedingt auf Winterreifen umrüsten, die haben eine andere Gummizusammensetzung und deshalb den besseren Grip als Sommerreifen. Außerdem Frostschutzmittel ins Spritzwasser geben.

Lachend erinnert sich Heike Hilbig an einen Tipp, den ihr Vater und Fahrschulgründer Karl Hilbig den Schülern immer als Merksatz mit dem den Weg gegeben habe: "Wenn eine Straße glänzt, dann ist sie gefährlich" und angefügt habe er meist augenzwinkernd: Das ist wie bei den Frauen." 

Glatteis sorgt für zahlreiche Unfälle auf kurzer Strecke.
Fotos: onw-images/mbu
Fotos: onw-images/ Marius Bulling
Fotos: onw-images/ Marius Bulling
Fotos: onw-images/ Marius Bulling

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