Spielerisch sicherer im Netz werden

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Symbolfoto

Ein neues Spiel der Technischen Akademie Schwäbisch Gmünd und der Hochschule Aalen soll dabei helfen, das Verhalten im Internet kleiner und mittlerer Unternehmen sicherer zu gestalten.

Schwäbisch Gmünd. Man hört davon, wenn wieder einmal E-Mails umgehen, die nach Passwörtern fragen oder ein Dokument enthalten, das man sich „unbedingt“ ansehen soll. Dann tauchen sie im eigenen Postfach auf. Offenbar eine Schadsoftware. Hoffentlich geht das gut. Aber am nächsten Morgen geht womöglich der PC nicht mehr an, die Firmendaten sind plötzlich verschlüsselt. Jetzt wäre es schön, noch einmal zum Anfang zurückzugehen und alles besser zu machen. Sozusagen aus dem Erlebten zu lernen, aber ohne Lehrgeld.

Im echten Leben geht das nicht, wohl aber bei den Spielen des Projekts BAKGame der Hochschule Aalen und der Technischen Akademie (TA) in Schwäbisch Gmünd. Im neu online verfügbaren Spiel „SecurityCards“ leitet man ein fiktives Unternehmen. Investieren Sie in Backups? Schulen Sie Ihre Mitarbeiter:innen zum sicheren Umgang mit E-Mails? Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Stetige Erweiterung

Im Spiel passiert jede Woche etwas Neues. Lieferprobleme, die Umsätze sinken, dann gute Presse und der Erlös steigt. Manchmal wird man angegriffen. Was nun? Vielleicht eine Passwortrichtlinie? Oder besser in Marketing investieren, um später mit viel Geld in eine bessere IT zu investieren? Welche Strategie geht auf? Hier kann man es testen.

Das Spiel SecurityCards ist online und spielbar. Aktuell bietet das Spiel die elementaren Strategien an, die man auch in der echten Welt zuerst anwenden sollte: Schulungen, Backups, gute Passwörter und einen Plan für den Notfall.

„Wir entwickeln die Spielszenarien im Hintergrund ständig weiter“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Marcus Gelderie (Hochschule Aalen). Neue Angriffe, Schadensfälle, aber auch andere Gegenmaßnahmen werden mit der Zeit aufgenommen. „Wir greifen das Feedback der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), unserer Zielgruppe, auf“ führt Prof. Gelderie aus. Wer das Spiel ausprobiert, erhält am Ende die Möglichkeit, einen kleinen Fragebogen auszufüllen. „Oft kommen hier wertvolle Anregungen, über die wir uns sehr freuen“, so Prof. Gelderie weiter. „Die große Herausforderung ist, dass es so viele verschiedene Arten von KMU gibt.“

Komplexe Aufgabe

„Wir müssen die komplizierten Themen zugänglich machen, aber jede:r bringt unterschiedlich viel Vorwissen mit. Und wir wollen natürlich auch, dass die Leute aus dem Spiel etwas fürs echte Leben mitnehmen. Das alles gegeneinander auszubalancieren, ist nicht immer leicht.“ Am Ende soll das Spiel vor allem helfen, im eigenen Unternehmen die richtigen ersten Schritte zu gehen. „Wir wollen helfen, typische Bedrohungen zu erkennen und ein Gefühl für das Zusammenspiel aller Schutzmaßnahmen zu geben.“

Und wenn die fiktive Firma Opfer einer Erpresserbande wird? Wer nichts in seine Sicherheit investiert hat, steht nun vor einer unangenehmen Wahl: Entweder ein teures Lösegeld zu zahlen, um seine Daten „freizukaufen“, oder alle PC neu aufzusetzen und auf alle alten Daten, Rechnungen, Inventarlisten usw. zu verzichten. Gut, wenn man da noch Backups hat, mit denen man das System einfach wieder in den Zustand der Vorwoche zurückversetzen kann, als die Welt noch in Ordnung war. So hat man dann doch, auch im echten Leben, so etwas wie einen „Zurück“-Knopf.

Zugriff auf das Spiel unter: https://play.bakgame.de/SecurityCards/

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