Stadt Gmünd setzt nach wie vor auf Aspen

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Hier könnte er entstehen, der Technologiepark Aspen zwischen dem Gewerbegebiet Gügling, Bargau und Buch.
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Sprecher betont zunehmendes Interesse an Technologiepark für Wasserstoff.

Schwäbisch Gmünd. Gmünds Stadtverwaltung verzeichnet ein wachsendes Interesse von Unternehmen auch aus der Region an dem Technologiepark Aspen bei Bargau. Dies sagte Stadtsprecher Markus Herrmann am Dienstag auf GT-Anfrage. Auf der Fläche zwischen dem Gewerbegebiet Gügling, Bargau und Buch will die Stadt Firmen und Forschungseinrichtungen rund um die Wasserstofftechnologie ansiedeln. Sie will damit Modellregion für Wasserstofftechnologie werden. Die Stadt Stadt warte noch auf die Standortentscheidung eines großen Automobilherstellers im süddeutschen Raum. Gemeint ist, auch wenn die Stadt dies nicht bestätigt, ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und Volvo, das die Wasserstofftechnologie für Lastwagen anwenden will.

Auch wenn Gmünd nicht unbedingt in der engeren Auswahl sei, sagte Herrmann dazu, sei es schon ein Erfolg, dass der Standort im Rennen sei. Und auch wenn dieser große Automobilhersteller aus dem süddeutschen Raum sich nicht für den Standort Gmünd entscheide, würde dies Gmünd „nicht aus der Bahn werfen“, sagte Herrmann. Denn der Stadtsprecher verwies auf „viele andere Interessenten aus anderen Branchen“, die sich für die Wasserstofftechnologie interessieren. Diese kämen sowohl aus der Region als auch aus Gegenden über die Region hinaus im Land Baden-Württemberg. Zudem, sagte Herrmann weiter, könne Schwäbisch Gmünd auf das Forschungsinstitut für Edelmetall und Metallchemie FEM verweisen, das schon seit längerer Zeit im Bereich der Wasserstofftechnologie forscht. „Nicht ohne Stolz“ betonte er, dass es neben Gmünd keinen Standort gebe, der so schnell ein solches Projekt hochziehe.

Der Gemeinderat hat dem Technologiepark im Dezember zugestimmt. Nach der Berichterstattung hätten sich Firmen bei der Stadt und bei der Industrie-und Handelskammer IHK gemeldet, die an Aspen interessiert sind, hatte Gmünds Wirtschaftsförderer Alexander Groll schon im Februar im Gemeinderat berichtet. Darunter Firmen aus dem Raum Gmünd, eine davon in Eschach. Groll hatte auch den Autozulieferer Voestalpine genannt, mit dessen Zentrale in Linz er und der OB gesprochen hätten. Die Stadt hält es also für möglich, mit bereits interessierten Firmen ein „Wasserstoffcluster“ im Technologiepark Aspen zu bilden. Wichtig sind laut Groll neben den interessierten Firmen Fläche, Forschung und Fachkräfte. Bei der Forschung setzt auch Groll hauptsächlich auf das FEM, für ihn ein „Thinktank bei der Wasserstofftechnologie“.

Mit im Boot sehen der Wirtschaftsbeauftragte und der Stadtsprecher aber auch die Hochschule Aalen, den Ostalbkreis und die Region Ostwürttemberg. Nicht zuletzt hofft Herrmann auch auf ein „Signal der neuen Regierungskoalition“ im Land nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass der Staat künftige Generationen vor dem Klimawandel schützen muss.

Oberbürgermeister Richard Arnold will mit dem Projekt den Fuß in die aktuellen Förderprogramme im Bereich der Wasserstofftechnologie bekommen. Arnold stört, dass Fördergelder aus Stuttgart nach Freiburg, Karlsruhe und Tübingen fließen oder in Stuttgart bleiben, nicht aber in Ostwürttemberg landen. „Wir sind in Stuttgart nicht ausreichend auf dem Schirm“, hatte der OB mehrfach in verschiedenen Gremien gesagt. Wie dies besser funktionieren kann, zeigt das Beispiel Magna. Der Hersteller von Lastwagentanks auf dem Gügling hat sich mit Unterstützung des CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Scheffold beim 300-Millionen-Programm des Landes beworben und eine Zusage über eine Million Euro für die Entwicklung von Wasserstofftanks bekommen.

Die Idee für Aspen kam aus der Verwaltung. Diese brachte sie in den Transformationsrat ein. Dieses 20-köpfige Gremium mit Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Ökologie sucht seit einem Jahr Wege, Gmünds wirtschaftliche Branchenvielfalt zu erweitern. Aktuell jedoch tagt der Transformationsrat nicht. Er nimmt aber die Gespräche wieder auf, sobald Präsenzveranstaltungen wieder möglich sind. Michael Länge

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