100. Geburtstag: Der „Alois“ ist ihre persönliche Hymne

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Und Gmünds OB Richard Arnold überbrachte der strahlenden Jubilarin persönlich Glückwünsche. Foto: hoj
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Elfriede Kübler aus Schwäbisch Gmünd feiert ihren 100. Geburtstag mit Weggefährten und Familie. Oberbürgermeister Richard Arnold gratuliert persönlich mit einem Blumenstrauß.

Schwäbisch Gmünd

Sollte die freundlich lächelnde Dame im Café Palais am Donnerstag tatsächlich die Hauptperson der Familienfeier sein? Das weiße Haar elegant frisiert, ein dezentes Make-up zum türkisfarbenen Kostüm, eine gepflegte und strahlende Elfriede Kübler feierte mit Familie und Weggefährten ihren 100. Geburtstag.

Elfriede Kübler sieht keinen Tag älter als 80 Jahre alt, aus. Dieses Kompliment haben bereits einige Gäste formuliert, lachen die Enkelin Jana und Lisa. Elfriede Küblers Großvater mütterlicherseits war ein Bierbrauer in Westhausen. Später hat er den damaligen Gasthof „Ritter“ in der Schmiedgasse in Schwäbisch Gmünd übernommen. In dieser Wirtschaft wurde Elfriede am 26. Mai 1922 in die Familie Müller hineingeboren.

Die kleine Familie bezog ein Haus am Straßdorfer Berg. Doch das Familienglück währte nicht lange. Als 14-Jährige verlor Elfriede ihre Mutter. Der Vater, gezeichnet von einer Kriegsverletzung, kam für lange Zeit in ein Sanatorium bei Zwiefalten. Die junge Elfriede zog zurück in den „Ritter“ zu ihren Großeltern.

Sie war immer ein Familienmensch.“

Jana und Lisa,, Enkelinnen der Jubilarin

Später übernahm Elfriedes Tante Bertha mit ihrem Mann den „Ritter“, der dann in „Schwabenbräu“ umbenannt wurde. Gastwirtschaft und Fremdenzimmer machten viel Arbeit, Elfriede arbeitete und unterstützte ihre Tante, wo es nur ging.

Als 20-Jährige verschenkte sie ihr Herz an Hans Kübler aus Schwäbisch Hall, der damals in der Bismarkkaserne stationiert und ein Stammgast im „Schwabenbräu“ war. 1943 wurde Töchterchen Inge geboren, der Vater war im Krieg und konnte erst 1948 aus der Gefangenschaft zurückkehren. Auf Elfriedes Arm musste die kleine Inge mit Blumen in der Hand einen ihr „fremden Papa“ begrüßen. Im Februar 1955 wurde die zweite Tochter Brigitte geboren, zehn Jahre darauf heiratete Tochter Inge Horst Schmegner.

Elfriede Kübler war immer ein Familienmensch, erzählen die Enkelinnen. Täglich bekochte sie die arbeitenden Kinder. Und Enkel Frank wuchs in ihrer Obhut auf, während die Eltern zur Arbeit in ihren Frisiersalon gingen. Tochter Brigitte nahm 1984 Wolfgang Federsel zum Mann, die Enkelinnen Lisa und Jana machten die Familie komplett.

Tragischerweise verstarb der 1919 geborene Gatte Hans im Oktober 1984. Seitdem lebt Elfriede Kübler allein in ihrer Wohnung in der Nähe der Buchstraße und erfährt liebevolle Unterstützung ihrer Töchter. 34 Familienmitglieder und 16 Freunde feierten gemeinsam mit Elfriede ihren 100. Geburtstag. Obwohl Elfriede seit 34 Jahren alleine lebt, kommt bei der rüstigen Seniorin keine Langeweile auf. Zwar sind das Gehör und die Augen sind nicht mehr topp in Schuss, aber mehrmals in der Woche macht sich Elfriede auf den Weg, um mit ihrem Freundeskreis zu Mittag zu essen. Soziale Kontakte sind wichtig, täglich gebe es eine „Telefonkette“ mit Freunden und Bekannten. „Oft wird nur nach dem Wohlbefinden gefragt“, erklärt Enkelin Lisa.

Als absolute „Ur-Gmünderin“ ist Elfriede gerne im Altersgenossenverein. Bis zu ihrem 80. Geburtstag verging kein Jahrgangsfest ohne sie. Deshalb überraschten die Enkelinnen sie nicht nur mit einem Bildervortrag „100 Jahre Oma Elfriede in Bildern“. Mit Trompete, Saxofon und Gesang wurde auch ihr ihre persönliche Hymne „der Alois“ gespielt. Und Gmünds OB Richard Arnold überbrachte der strahlenden Jubilarin persönlich Glückwünsche und einen schönen Blumenstrauß.

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