20000 Fahrzeuge pro Tag: Waldstetter Brücke ab Montag komplett gesperrt

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Experten der Stadt an der künftigen Baustelle (v.l.): Wolfgang Kunz, Jürgen Musch, Thomas Hägele, Bürgermeister Julius Mihm, Raphael Wieler und Stadtteilkoordinator Manuel Herr.
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Ein dreiviertel Jahr zu wegen der Sanierung: Umleitung gilt voraussichtlich bis zum Jahresende. 

Schwäbisch Gmünd. 20  000 Fahrzeuge am Tag, die sich einen anderen Weg suchen müssen: Die Sperrung der Waldstetter Brücke, die ab dem kommenden Montag gilt, wird den Verkehr in der Gmünder Innenstadt für den Rest des Jahres spürbar umkrempeln.

Für den überörtlichen Verkehr wird die Stadt zwei Umleitungsstrecken ausschildern. Die östliche Umfahrung führt Verkehrsteilnehmer in einem weiten Bogen aufs Hardt und nach Bettringen, im Westen sollen Autofahrer über die Remsstraße und die Rektor-Klaus-Straße geleitet werden.

Ortskundigen Gmündern ist klar: Es geht auch kürzer, etwa über die Gutenbergstraße oder die Weißensteiner Straße bis zur Uferstraße. Raphael Wieler vom Ordnungsamt rät dennoch zur ausgeschilderten Umfahrung. Denn 20000 Fahrzeuge am Tag, die an der Waldstetter Brücke in Spitzenzeiten gemessen werden, könnten leicht zur Überlastung der nahe gelegenen Verkehrsachsen führen. „Das System ist am Ende selbstregulierend“, sagt Bürgermeister Julius Mihm. „Wer zwei-, dreimal im Stau steht, denkt um“, sagt Wieler.

Auf eine turbulente Anfangsphase haben sich Wieler und seine Kollegen vom Ordnungsamt eingestellt. „Ab Montag werden bei uns sicher die Telefone heiß laufen“, sagt Thomas Hägele. Erfahrungsgemäß dauere es etwa eine Woche, bis eine so gravierende Änderung sich eingespielt habe.

Für Gmünder, die den Bus nutzen, soll sich durch die Sperrung so wenig wie möglich ändern. Wieler: „Die Busse können die bestehenden Linien halten, die Busunternehmen werden Notfahrpläne veröffentlichen.“ Damit Busse von der Weißensteinerstraße geradeaus weiter durch die Josefstraße fahren können, wird der Kreisverkehr neben der Waldstetter Brücke zu einer Kreuzung rückgebaut. Im Herbst wird auch dort für einige Zeit kein Durchkommen mehr sein: „Wenn der Endbelag auf die Fahrbahn kommt, müssen wir für drei Wochen sperren“, sagt Raphael Wieler.

„Wissen nicht, was drunter ist“

Die Bauphase in der kommenden Woche wird zunächst mit vorbereitenden Arbeiten beginnen, etwa dem Abbau der Ampeln. In der zweiten Aprilwoche soll die eigentliche Arbeit an der Brücke beginnen. Der wird es bei dieser Sanierung, die dort so umfassend noch nie gemacht wurde, buchstäblich an die Substanz gehen: Die Steinquader, die noch von der historische Brücke aus dem 15. Jahrhundert stammen und unter Denkmalschutz stehen, werden untersucht und neu verfugt. Sie sind der Grund, wieso die Sanierung angepackt werden muss. „Wir wissen nicht, was drunter hervorkommt“, sagt Tiefbauamtsleiter Jürgen Musch. Ein Blick übers Geländer neben der Brücke zeigt: An einigen Stellen sind Wurzeln ins Mauerwerk eingedrungen, auch das macht es unmöglich, die Stabilität der Brücke zuverlässig vorherzusagen. „Jeder Statiker wird sagen: Das kann ich nicht berechnen“, so Musch.

In den Navis taucht die Umleitung nicht auf

  • Anbieter entscheiden: Es gibt die Möglichkeit, Umleitungen an die Navi-Anbieter zu melden, aber das hätte im Fall der Waldstetter Brücke keinen Zweck: „Das entscheiden die Firmen selbst, und nur mit innerörtlichen Baumaßnahmen hat man keine Chance“, sagt Stadtsprecher Markus Herrmann.
  • Die Umleitungen: Fahrzeuge die von der B  29, der B 298 oder aus Straßdorf kommen, werden über die Rektor-Klaus-Straße und die Remsstraße geleitet; Fahrzeuge aus Waldstetten oder Bettringen fahren eine Umleitung über Oberbettringen.
  • Auch für Fußgänger und Radfahrer bleibt die Waldstetter Brücke über die gesamte Dauer der Baumaßnahme gesperrt.

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