2021 wird es eng auf der Herlikofer Straße

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Autofahrer wie Anwohner schätzen den Zustand der Herlikofer Straße wenig. Seit Jahrzehnten kommt es dort immer wieder zu Rutschungen und deutlichen Straßenschäden. Fotos. Tom

Aufwendige Sanierung startet. Zur Vermeidung weiterer Schäden werden Bohrpfähle bis auf den Fels versenkt.

Schwäbisch Gmünd

Autofahrer werden auf der Herlikofer Straße nicht gerade verwöhnt: Bodenwellen und Schlaglöcher lassen die Fahrzeuge aufschaukeln, Konzentration ist gefordert. 2021 wartet die nächste Herausforderung: Für die Sanierung wird die Straße ganz oder teilweise gesperrt. Schon in den 1970er- und 1990er-Jahren wurden immer wieder schadhafte Stellen ausgebessert.

Jetzt soll die Herlikofer Straße auf ihrer ganzen Länge von der Abzweigung Schießtal bis zum Kreisverkehr auf Höhe des Gmünder Felds von Grund auf stabilisiert werden. Für die 2,5 Kilometer lange Strecke rechnet man derzeit mit Gesamtkosten von 2,8 Millionen Euro. Dabei muss die Stadt für den kürzeren Teil der Herlikofer Straße aufkommen. "Ab der oberen Einmündung der Schwarzwaldstraße ist das Regierungspräsidium für die Landesstraße 1075 zuständig", sagt Jürgen Musch, Leiter des Tiefbauamts der Stadt Schwäbisch Gmünd. Deshalb beteiligt sich das Land mit zwei Millionen Euro an den Kosten. Planung und Ausführung liegen dennoch in der Hand der Stadt.

Musch rechnet mit einem Baubeginn im neuen Jahr. Derzeit laufen noch Förderanträge und die fachtechnische Prüfung. "Wir rechnen mit einer Bewilligung Ende 2020."

Damit erzielen wir die nötige Festigkeit.

Jürgen Musch Leiter des Tiefbauamts

Einen genauen Termin für den Baustart gibt es noch nicht. Aber erste Planungen, wie der Verkehr von und nach Herlikofen dann fließen kann. So lange im unteren Bereich gebaut wird – zwischen der Abzweigung Schießtal und der ersten Einmündung Schwarzwaldstraße – ist aus heutiger Sicht eine Ampelregelung unvermeidbar. Eine Vollsperrung der Herlikofer Straße folgt ab diesem Punkt. "Dann können wir den Verkehr durch die Schwarzwaldstraße leiten und auf der Höhe wieder einfließen lassen", so Jürgen Musch. Vorteil dieser Version: Bei einer Vollsperrung reduziert sich die Bauzeit deutlich. Vor allem im oberen Drittel der Steigungsstrecke sind die Schäden massiv. Dort sind nicht nur viele geflickte Stellen zur Hangkante hin, auch die Leitplanke droht abzurutschen und ist mit einer Absperrung markiert.

Im Vorfeld der Planungen für die Sanierung wurden dort Bohrkerne entnommen. "Das ist wichtig, um zu wissen, wann wir auf festen Grund stoßen", so der Chef des Tiefbauamts. In diesem Fall liege der acht bis zwölf Meter unter der Fahrbahn. Dort werden nun Rammpfähle aus Stahl eingebracht, die auf vorhandenem Fels aufsitzen müssen. Am oberen Ende verbinden Betonbalken die Pfähle. "Damit erzielen wir die nötige Festigkeit." Die Bauweise verhindere bald wiederkehrende Senkungen in diesem Knollenmergel-Gebiet. Sobald die Sicherungsmaßnahmen geschaffen sind, erhält die Herlikofer Straße einen neuen Fahrbahnbelag. Der Leiter des Tiefbauamts rechnet mit einer Bauzeit bis Ende 2021.

So kennt man die Herlikofer Straße: Ausgebesserte Stellen und Abschrankungen deuten auf die Schäden hin.

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