2022 Baubeginn fürs neue St. Anna

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Westlich der Bestandsgebäude entsteht das neue Seniorenzentrum. Die Doppelhäuser im Hintergrund sind im Besitz und müssen weichen. Im Bild (von links) Dr. Beate Radzey, Alexander Lange, Isolde Otto-Langer, Henning Volpp und Sven Engelberg , Unternehmenskommunikation.
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Der Träger, die Vinzenz-von-Paul-gGmbH, reagiert auf die aktuellen Heimbau-Vorschriften. Investition in zweistelliger Millionenhöhe.

Schwäbisch Gmünd

Das Seniorenzentrum St. Anna in Schwäbisch Gmünd muss sich nicht neu erfinden, aber schon bald räumlich neu denken. Das Bestandsgebäude aus dem Jahr 1977 erfüllt nicht die neuen Auflagen der Landesheimbau-Verordnung. „Nach intensiver Prüfung haben wir uns für einen Neubau entschieden“, sagt Isolde Otto-Langer, Regionalleiterin der Vinzen-von-Paul-gGmbH. Dafür sprechen nach Worten von Architekt Henning Volpp die Kosten, aber auch die Tatsache, dass ein Umbau bei gleichzeitiger Belegung nicht möglich wäre. „Wir haben das Glück, dass ein Grundstück vorhanden ist“, so der Planer. Der Neubau entsteht direkt neben St. Katharina, dafür müssen die beiden dort stehenden Doppelhäuser abgebrochen werden. Nach Norden ist weitere Fläche im Park vorhanden.

Dr. Beate Radzey erläutert das künftige Wohnkonzept. So entstehen im Neubau sechs Wohngruppen für je zwölf Menschen. „Den Mittelpunkt bildet jeweils eine Wohnküche“, sagt die Leiterin des Unternehmensbereichs Wohn- und Sorgekonzepte mit Zukunft. So könnten die Menschen immer etwas erleben, teilhaben am Alltag, mitwirken oder mitreden. Die Wohngruppen sind auf drei Etagen verteilt. Darüber entsteht der Wachkoma-Bereich. „Wir setzten dabei auch einen hohen Standard bei der technischen Ausstattung“, sagt Isolde Otto-Langer. Geschaffen werden 15 Plätze. Unterm Strich kommen dabei weniger Plätze zusammen, als derzeit in St. Anna vorhanden sind. Aktuell leben dort 96 Menschen in der Pflege, 18 im Wachkomabereich. Der Grund: In der Schwerzerallee entsteht eine weitere Einrichtung, die von der Vinzenz-von-Paul-gGmbH getragen wird. Nach Worten der Regionalleiterin Isole Otto-Langer baut Christian Widmann dort 13 betreute, barrierefreie Wohnungen und eine Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Menschen. Für dieses Vorhaben gibt es, so Isolde Otto-Langer weiter, schon eine Baugenehmigung.

Die soll schon bald für das Vorhaben an der Katharinenstraße folgen. Noch in dieser Woche will Architekt Henning Volpp das Baugesuch bei der Stadt einreichen. Nach seinen Vorstellungen könnte Anfang 2022 mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit soll eineinhalb bis zwei Jahre betragen. Spätestens Anfang 2024 würden die Menschen vom alten ins neue St. Anna umziehen. Das neue Umfeld soll offener gestaltet sein, Bewohnerinnen und Bewohnern auch die Natur eröffnen. „Der Garten spielt dabei eine wichtige Rolle“, so Dr. Beate Radzey. Das Haus werde so offen gestaltet, dass sie jederzeit in den Garten können. Die Technik soll dabei helfen, dass Menschen mit eingeschränkter Orientierung nicht verloren gehen.

Spätestens 2024 weiß man auch, was das Vorhaben exakt gekostet hat. Architekt und Bauherrschaft haben Respekt vor der Preisentwicklung für Rohmaterial und verzichten auf eine aktuelle Kostenangabe. Ganz sicher werde sie aber im zweistelligen Millionenbereich liegen. Inklusive der hochwertigen Bauweise, die den sogenannten KfW40 Plus-Standard erfüllt, wie Alexander Lange, Leiter des Gebäudemanagements betont.

Was aus den Bestandsimmobilien wird, darüber denken die Verantwortlichen intensiv nach. „Wir werden dort ein innovatives Wohnkonzept schaffen“, sagt Isolde Otto-Langer. Die bekannten Einrichtungen des „Flagschiffs St. Anna“ sollen erhalten bleiben, Begegnungsstätte, Café, Essensangebot. Und am südlichen Bau aus dem Jahr 2000, in dem Wohnungen untergebracht sind, wird sich nichts ändern.

Wir haben das Glück, dass ein Grundstück vorhanden ist.“

Alexander Volpp,, Architekt

Starke Wurzeln in Schwäbisch Gmünd

Das Seniorenzentrum St. Anna ist eine Einrichtung der Vinzenz-von-Paul-gGmbH. Das derzeitige Hauptgebäude wurde 1977 zwischen Rektor-Klaus-Straße und St. Katharina erstellt. 2000 kam ein Neubau mit Wohnungen dazu. Mehr als 2500 Mitarbeitende sind in 50 Diensten und Einrichtungen im süddeutschen Raum für Ältere und Pflegebedürftige, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Hörschädigung engagiert. Ein Schwerpunkt ist Schwäbisch Gmünd.

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