24 Jahre lang im Bundestag: Norbert Barthle wird 70 Jahre alt

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24 Jahre lang im Bundestag: Norbert Barthle wird 70 Jahre alt.

Norbert Barthle ist dankbar, dass er die Zeit gesund überstanden hat.

Schwäbisch Gmünd. Als Norbert Barthle 60 Jahre alt wurde, kamen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr halbes Bundeskabinett zur Feier. An diesem Dienstag wird es sicher etwas ruhiger zugehen: Der frühere Gmünder Abgeordnete kann seinen 70. Geburtstag feiern. 

Kurz vor seinem runden Geburtstag ist für Barthle ein langer beruflicher Weg zu Ende gegangen. 24 Jahre lang hat der gebürtige Gmünder seine Heimatstadt in Berlin vertreten und hat dort Karriere gemacht. Sechsmal holte Barthle das Direktmandat für die CDU im Wahlkreis. 

Als junger Lehrer hat Barthle in den 80er-Jahren Gmünder Gymnasiasten am Parler Deutsch-Klassenarbeiten schreiben und sie im Sportunterricht auf Trab kommen lassen, ehe er 1990 als Referent für Öffentlichkeitsarbeit ins Kultusministerium von Baden-Württemberg wechselte. Im selben Jahr trat er der CDU bei, 1992 wurde er Pressesprecher im Ministerium. 1998 trat er zum ersten Mal bei der Bundestagswahl an, wurde nach seiner Wahl Mitglied im Finanzausschuss, später im Haushaltsausschuss und im Fraktionsvorstand. 2013 wurde Barthle  „Chefhaushälter“, also haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er war Staatssekretär im Verkehrsministerium und zuletzt im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 

Wie Politik im Krisen-Modus sich anfühlt, hat er in der Finanzkrise von 2009 bis 2011 sehr nah erlebt. „Eine brutal anstrengende Zeit, der Druck war immens“, erinnert er sich. Es ging um die ganz großen Fragen: Überlebt der Euro? Bleibt die EU zusammen, soll man Griechenland rauswerfen? „Schäuble wollte das damals“, sagt Barthle im Rückblick. Aber Angela Merkel habe sich durchgesetzt. „Das war wichtig.“ Wenn es zum Rauswurf gekommen wäre, „dann wäre weiteres gebröselt“.Später hat sich Barthle um Wiederaufbau gekümmert: Vier Jahre leitete er die „Deutsch-griechische Versammlung“, deren Ziel es auch war, das angeknackste Verhältnis der beiden Staaten wieder zu verbessern. „Das hat sich deutlich entspannt, aber es bleibt noch einiges zu tun.“

Zuhause im Wahlkreis in eine Traumrolle von Abgeordneten zu schlüpfen, das war Barthle auch einige Male vergönnt – zum Beispiel, als er den Gmünder Tunnel mit eröffnen durfte. 

Seine Wohnung in Berlin hat Barthle schon aufgelöst, einiges muss er noch übergeben, etwa die  Aufsichtsratsämter bei den Entwicklungsbanken KfW und DEG, die er voraussichtlich bis März noch haben dürfte. Als 70er hat Norbert Barthle wieder mehr Zeit, um sich mit einem anderen Fachgebiet zu beschäftigen: dem Skisport. „Da bin ich schon ganz schön verplant“, sagt er. Barthle ist noch topfit: „Ich bin für die Zeit sehr dankbar, und vor allem dankbar dafür, dass ich sie gesund überstanden habe“, sagt er rückblickend auf seine politische Karriere. Er sei „kerngesund“ - „aber viele lassen ihre Gesundheit auf der Strecke“.

Norbert Barthle ist in Schwäbisch Gmünd aufgewachsen und in die Schule gegangen. Er ist verheiratet, und hat zwei erwachsene zwei Söhne. 1998 wurde er zum ersten Mal in den Bundestag gewählt. Bis 2021 vertrat der CDU-Abgeordnete dort den Wahlkreis Gmünd/Backnang. In einem anderen Amt ist er kürzlich wiedergewählt worden: als Präsident aller Skilehrer in Deutschland im Dachverband Interski Deutschland. Auch beim Deutschen Skiverband ist er nach wie vor in der Führung Sportentwicklung dabei. 

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