30 Gmünder, 15 Nationalitäten

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Der Integrationsbeirat ist wichtig für eine Stadt wie Gmünd mit seinen vielen Nationalitäten unter den Bürgerinnen und Bürgern.
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Bald beginnt eine neue Vier-Jahres-Amtszeit: Der künftige Gmünder Integrationsrat soll um zwei Sitze vergrößert werden.

Schwäbisch Gmünd. Kosovo, Argentinien, Iran: Im künftigen Gmünder Integrationsrat sollen Menschen aus insgesamt 15 Nationen zusammenarbeiten. Der neu zu besetzende Integrationsrat soll am 5. April zum ersten Mal zusammentreten, am 9. März wird der Gemeinderat über die Besetzung entscheiden. 30 potenzielle Mitglieder stehen auf der Vorschlagsliste, die am Mittwoch im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats diskutiert worden ist. 

Die Amtszeit der bisherigen Mitglieder des Gremiums ist nach vier Jahren ausgelaufen. Der künftige Gmünder Integrationsrat soll um zwei auf dann 30 Sitze vergrößert werden. Auf der neuen Vorschlagsliste stehen 17 Männer und Frauen, die schon einmal dabei waren, die anderen 13 wären Neueinsteiger. Dass es mehr Mitglieder werden sollen, hat den Sinn, dass auch  Zuwanderer aus Zuwanderungsschwerpunkten der letzten Jahre neu dabei sein sollen. Dazu wird die Geschäftsordnung des Integrationsrates geändert werden.  

Der Integrationsrat soll sich für die in Gmünd lebenden Migranten einsetzen. Er soll den Gemeinderat und seine Ausschüsse beraten und das Miteinander von verschiedenen Nationalitäten und Kulturen in Gmünd stärken. Diese 15 Nationalitäten stehen auf der neuen Mitglieder-Vorschlagsliste: deutsch, italienisch, türkisch, griechisch, bosnisch, serbisch, kosovarisch, bulgarisch, rumänisch, belgisch, polnisch, argentinisch, brasilianisch, iranisch, syrisch. 

CDU-Stadtrat Paul Schneider berichtete aus eigener Anschauung, weil er sich selbst ein Bild gemacht hat: „Ich war überrascht, wie kooperativ die Sitzung ablaufen.“ Und er freue sich über die lange Liste, die zeige, wie viele sich beteiligen wollen. „Wir begrüßen das“, sagte Schneider. 

Auch die Gemeinderäte aus anderen Fraktionen stimmten in den positiven Tenor mit ein: „Es ist  wirklich ein tolles Miteinander in diesem Integrationsrat, der Austausch untereinander ist enorm wichtig, und es finden sich alle ethnischen Gruppen wieder“, sagte Brigitte Abele (Die Bürgerliste). „Uns ist es auch wichtig, dass viele Gruppen dort repräsentiert werden“, fügte Karin Rauscher (Freie Wähler Frauen) hinzu. Nachfrage und kleinere Kritikpunkte gab es auch. „Wir finden die Arbeit des Integrationsrates sehr positiv, aber die Neubenennung ist ein guter Anlass, um den Finger in die Wunde zu legen: Wir erleben, dass viele Themen ein Stück weit am Integrationsrat vorbeigehen im politischen Alltagsgeschäft“, sagte Sebastian Fritz von der Linken-Fraktion. Der Gmünder Integrationsbeauftragte Hermann Gaugele betonte, dass er sich ein Stück weit in der Rolle sehe, die Mitglieder des Integrationsrats über die Themen im Gemeinderat zu unterrichten. 

Dass es einerseits sehr engagierte Integrationsräte gebe, aber einige sich auch gering beteiligen, das sprachen einige Stadträte an. „Es gibt einfach Mitglieder, die selten da sind. Wie kann man das Gefühl des Dabeiseinwollens verstärken?“, fragte Gabriel Baum von der Grünen-Fraktion.

Integrationsbeauftragter Gaugele argumentierte, dass dies ein Stück Normalität sei: „Wir fangen mit 30 an, und es werden dann viele dabei bleiben, aber manche schaffen das dann nicht.“ Das sei auch in Ordnung, wichtiger ist für ihn: „Der harte Kern nimmt die anderen auch mit.“

Am Grundgedanken, dass der Integrationsrat eine wichtige Institution in Gmünd ist, gab es keinerlei Zweifel: „Es ist ein sehr gutes Qualitätsinstrument für die Entwicklung in Schwäbisch Gmünd“, meinte Bürgermeister Julius Mihm. Bernd Müller

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