30 Hektar Wald werden sich selbst überlassen

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Gemeinderat begrüßt die Ausweisung weiterer Alt- und Totholzflächen in Stadt- und Hospitalwald.

Schwäbisch Gmünd. Im Stadtwald werden weitere 25 Hektar Fläche sich selbst überlassen. Im Hospitalwald wird erstmals ein Bereich ausgewiesen, der nicht mehr bewirtschaftet wird. Diesen Vorschlag, den der Leiter der Forst-Außenstelle Schwäbisch Gmünd beim Landratsamt, Jens-Olaf Weiher, darlegte, hat der Gemeinderat am Mittwoch einstimmig gebilligt. Ebenso stimmte das Gremium den Betriebsplänen für den Stadt- und den Hospitalwald für 2022/2023 zu.

Naturatum sanieren

Im Stadtwald rechnet Weiher in den beiden Jahren mit einer „roten Null“ als Ergebnis. Ein Grund seien notwendige Sanierungen im Naturatum im Taubental. Zu Buche schlägt in Stadt- und Hospitalwald außerdem, dass rund 240 Hektar Fläche gekalkt werden müssen, um die Bodenqualität zu verbessern. Insgesamt müssen zwischen Heubach und Lorch etwa 540 Hektar Forst so behandelt werden. Im bisherigen Bewirtschaftungszeitraum hätten beide Betriebe ein ordentliches Ergebnis ausgewiesen.

Jens-Olaf Weiher hatten von den Stadträten außerdem den Auftrag bekommen, Waldflächen zu suchen, die aus der Bewirtschaftung herausgenommen und sich selbst überlassen werden können. In Frage kommen dafür nur Bereiche, die kaum von Spaziergängern aufgesucht werden. Im Stadtwald wurden bereits etwa 60 Hektar für dieses Alt- und Totholzkonzept ausgewiesen. Nun haben die Förster weitere 25 Hektar zwischen Weiler und Degenfeld gefunden, die geeignet wären. Mehr auszuweisen, wäre nicht mehr sinnvoll, sagte Weiher auf eine Frage von Linke-Stadtrat Andreas Dionyssiotis. Es seien auch kaum noch geeignete Flächen zu finden.

Vier Prozent

Im Hospitalwald wurden bisher noch keine Flächen für das Alt- und Totholzkonzept ausgewählt. Nun werden 5,4 Hektar, die rechts und links der Buchauffahrt liegen, stillgelegt. Das sind etwa vier Prozent des Waldbestands der Hospitalstiftung.

CDU-Stadtrat Christian Krieg wollte wissen, wer haftet, wenn in solchen stillgelegten Waldbereichen Spaziergänger zum Beispiel durch herabfallende Äste zu Schaden kommen. Mit diesem Risiko müssten Spaziergänger im Wald, auch in stillgelegten Flächen, rechnen, antwortete Jens-Olaf Weiher. Um es zu verringern, würden wenig frequentierte Flächen ausgesucht.

Grüne-Fraktionssprecher Gabriel Baum fragte nach, weshalb Alt- und Totholzflächen nicht zusammenhängend ausgewiesen werden. Dann seien die dazwischenliegenden Flächen nicht geeignet, meinte der Förster. Oder sie gehörten jemand anderem.

Durch solche Waldbereiche, die sich selbst überlassen werden, gebe es keine Konflikte mit benachbarten Privatwaldbesitzern, sagte Jens-Olaf Weiher auf eine Frage von Thomas Maihöfer (CDU). Ina Neufeld (Grüne) fragte, ob im Stadtwald verstärkt Alternativen zur Bejagung umgesetzt werden könnten. Das sei nicht so einfach, meinte Weiher. Man müsste dazu den Dialog zwischen Waldbesitzern und Jägern intensivieren. ⋌Wolfgang Fischer

Horten: Dieser Effekt, der im vergangenen Jahr auf dem Holzmarkt durchschlug, war auch für den Forstexperten Jens-Olaf Weiher neu. Holz sei regelrecht gehortet worden, obwohl es nie einen realen Mangel an Schnittholz gegeben habe. In der Folge seien die Bauholzpreise teilweise explodiert. Inzwischen habe sich die Situation wieder normalisiert.

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