37 000 Euro in Schwäbisch Gmünd erbeutet

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Justizia

Einbruch in Netto-Markt war Teil eines überregionalen Beutezugs. Täter verurteilt.

Schwäbisch Gmünd. Rund 37 000 Euro hat eine Gruppe von Dieben im Sommer 2021 bei einem Einbruch in den Schwäbisch Gmünder Netto-Markt erbeutet. Außerdem sind die Täter zwischen Juni und Oktober noch in fünf weitere Netto-Märkte im süddeutschen Raum eingebrochen. Dafür hat sie jetzt das Reutlinger Schöffengericht zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt.

Die Täter sind jeweils nach demselben Muster vorgegangen. Laut Anklage des Tübinger Staatsanwalts Nicolaus Wegele hatten sie eine Wohnung in Beutelsbach angemietet, von der aus sie die Tatorte über Tage ausbaldowerten. Mit zwei Fluchtfahrzeugen fuhren sie dann dorthin. Zwei Täter stiegen aufs Dach, entfernten Ziegel und stiegen durch die Decke ein. Im Büro zerstörten sie die Alarmanlagen mit einer Axt, dann flexten sie die Tresore auf und entwendeten das Bargeld. Die Tresore kühlten sie beim Aufflexen sogar noch professionell mit Wasser ab.

Außer dem Einbruch in Gmünd erbeuteten sie in Sonnenbühl-Undingen auf der Schwäbischen Alb knapp 30 000 Euro, in Bühlertann 40 000 Euro und in Heimerdingen knapp 22 000 Euro. Bei einem Einbruch in Herolstadt wurden sie von einer Streife gestört, in Mundelsheim schließlich auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Bei einem weiteren Einbruch in Simmersfeld war der Markt wegen eines Umbaus geschlossen und leergeräumt, diese Tat stellte das Gericht ein. Bei jedem Einbruch richteten die Diebe zudem bis zu 15  000 Euro Sachschaden an.

Die fünf Täter sind zwischen 26 und 45 Jahre alt. Auf die Spur kam ihnen die Polizei, als sie eines der Fluchtfahrzeuge identifizierten konnte. Die Beamten observierten die Gruppe über Wochen, hörten ihre Telefone ab und griffen schließlich am 24. Oktober in Mundelsheim zu. Seither saßen die Täter in Untersuchungshaft. Nur einer hatte bereits vor der Verhandlung eingeräumt, dass er in einem Fall ein Fluchtauto gefahren hatte. Er gab an, die Mittäter in einer Kneipe kennengelernt zu haben. Sie hätten ihn gefragt, ob er sich an einem Einbruch beteiligen wolle.

Fünf Angeklagte, sieben Anwälte: Wegen der zahlreichen Beteiligten war die Verhandlung in den Schwurgerichtssaal des Tübinger Landgerichts verlegt worden. Um eine aufwändige Beweisaufnahme über mehrere Verhandlungstage zu vermeiden, haben sich die Prozessbeteiligten auf eine verfahrensverkürzende Absprache geeinigt. Die Angeklagten räumten die Taten über ihre Verteidiger ein und kamen im Gegenzug mit verhältnismäßig geringen Strafen davon. Dieses ermöglichte das Schöffengericht, indem es davon ausging, dass eine Banden-Absprache zu den Taten nicht nachzuweisen sei. So wurden die Haupttäter „nur“ wegen besonders schweren und nicht wegen bandenmäßigen Diebstahls verurteilt.

Zwei Haupttäter müssen wegen sechs solcher Fälle je zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Ein weiterer Haupttäter bekam zwei Jahre und neun Monate, weil er einschlägig vorbestraft ist. Freiheitsstrafen in dieser Höhe können nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. Zwei Mittäter, die nur an einzelnen Fällen beteiligt waren, sind mit Bewährungsstrafen davongekommen. Damit blieb das Gericht am unteren Rand der von ihm selbst vorgeschlagenen Strafzumessungen. Die Beute soll von den Tätern wieder eingezogen werden. Die meisten von ihnen wollen wieder zurück in ihr Heimatland.

Die Angeklagten, scherzte der Vorsitzende Richter Eberhard Hausch in der Urteilsbegründung, hätten wohl den Werbespruch „Dann geh doch zu Netto“ missverstanden. Hausch: „Das war nicht so gemeint, dass man dort hinfahren sollte und so viel Geld wegtragen wie möglich.“ Matthias Reichert

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