40 000 Euro teurer in zwei Jahren

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Die Baupreise steigen seit Jahren. Detaillierte Zahlen für Gmünd und Umgebung liefert der neue Grundstücksmarktbericht. Im Bild das Neubaugebiet Käppelesäcker in Straßdorf.
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Steigerungen von zehn Prozent pro Jahr: Die Preise für Bauland, Häuser und Wohnungen in der Gmünder Gegend gehen steil nach oben.

Schwäbisch Gmünd

Wohnungen haben sich drastisch verteuert in Schwäbisch Gmünd und umliegenden Gemeinden: um rund 20 Prozent binnen der letzten zwei Jahre. Das ist eines der Ergebnisse des neuen Grundstücksmarktberichts für Schwäbisch Gmünd, Waldstetten, Lorch und die Gemeinde des Verwaltungsverbands Leintal-Frickenhofer Höhe.

Für Immobilienbesitzer mag das eine gute Nachricht sein - Menschen, die es werden wollen, kann diese Preisspirale vor finanzielle Probleme stellen. „Das bedeutet, dass eine durchschnittliche 80-Quadratmeter-Wohnung in zwei Jahren um 40 000 Euro teurer geworden ist“, rechnet Gerhard Hacker vor, der Leiter des Amts für Stadtentwicklung der Stadt Schwäbisch Gmünd. Wer eine Neubauwohnung derselben Größe in Gmünd oder seinen Stadtteilen bezieht, muss aktuell dafür im Schnitt 330000 Euro ausgeben – ohne Nebenkosten.

In den neuen Grundstücksmarktbericht für die Jahre 2019 und 2020, den Gmünd zusammen mit neun weiteren Gemeinden erstellt, sind insgesamt 2627 Verkäufe von Gebäuden und Grundstücken in die Datensammlung eingegangen. Die Tendenz geht in allen Bereichen nach oben, ausgenommen davon sind nur landwirtschaftliche Flächen.

Verdoppelung in acht Jahren

Die Bodenrichtwerte, die für die Ermittlung der Grundsteuer ausschlaggebend sind, sind fast durchgängig um zehn oder mehr Prozent gestiegen von 2018 bis 2020. Bodenrichtwerte zeigen, wie teuer Bauland in den einzelnen Gemeinden ist. Immobilien haben sich noch stärker verteuert, dabei stehen Einfamilienhäuser bei der Preissteigerung nicht weit hinter Wohnungen zurück. „Einfamilienhäuser haben sich um 8 Prozent pro Jahr verteuert, Wohnungen im Neubau sogar um 11 Prozent jährlich“, sagt Bernd Maier, der Vorsitzende des Gutachterausschusses. Wenn man den Vergleichszeitraum etwas größer spannt, sieht man die Dimension der Entwicklung: „Bei Wohnungen sehen wir eine Verdopplung der Preise innerhalb von acht Jahren“, sagt Jürgen Weiß, der Leiter der Geschäftsstelle. Bis 2013/14 seien die Preise relativ konstant geblieben, „dann ist es nach oben gegangen“.

Keine Beruhigung in Sicht

Eine Beruhigung ist nicht in Sicht, weiter sehr niedrige Bauzinsen sorgen weiter für große Nachfrage: „Unsere neuen Bauplätze sind immer mehrfach überzeichnet“, sagt Gerhard Hackner, es sind also viel mehr Bewerber als Plätze da. Die große Nachfrage und 2021 zum Teil stark gestiegene Materialpreise sorgen für die Fortsetzung des Preisauftriebs. „Wir sind zu nah an der Landeshauptstadt, das ist eindeutig abzulesen, das schwappt zu uns herüber“, sagt Bernd Maier. Am teuersten im Altkreis ist Lorch, das zeigen die Zahlen aus dem jüngsten Bericht. Bis zu 300 Euro kann dort ein Quadratmeter Bauland kosten. Zum Vergleich: In Eschach, Göggingen und Leinzell sind es 115 bis 125 Euro. Um der Nachfrage gerecht zu werden und den Preisanstieg nicht weiter anheizen, hilft aus Sicht der Stadt Gmünd nur Bauen. „Wir müssen bedarfsgerecht anbieten“, sagt Gerhard Hacker. 200 bis 300 Wohnungen seien es fast jährlich in Gmünd. Flächenverbrauch ist also unvermeidlich, oder? Hackner widerspricht nicht. „Wir versuchen, das klimaneutrale Gebiet anzustreben.“

  • Der Marktplatz ist die Schlossallee
  • 1200 Euro pro Quadratmeter: Das ist der aktuelle Bodenrichtwert für bebaute Grundstücke auf dem Gmünder Marktplatz, den der Grundstücksmarktbericht als Spitzenwert ermittelt hat.
  • Der Grundstücksmarktbericht 2019/20 wertet alle Verkäufe von Grundstücken und Gebäuden in diesen zwei Jahren aus. Der Gutachterausschuss erfasst Schwäbisch Gmünd, Lorch, Waldstetten, Eschach, Göggingen, Leinzell, Schechingen, Iggingen und Obergröningen. 2021 kommen die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein hinzu, 2022 die des Bereichs Schwäbischer Wald. Der Bericht kann unter Tel. 07171-6036215 angefordert werden (30 Euro als pdf, 35 Euro auf Papier).
  • Der nächste Mietspiegel für Gmünd, der die Entwicklung der Mietpreise zeigt, wird 2022 veröffentlicht.

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