Ab Juli „Brotkruste“ mit Bio-Angebot in der Bocksgasse

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Bettina und Hilmi Soydan (hier mit Levin und Ilias) schaffen bei der Johanniskirche die etwas andere Bäckerei. Foto: kust
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Neue Bäcker-Philosophie hält Einzug. Gebacken wird nicht schon mitten in der Nacht. Unternehmen füllt Leerstand.

Schwäbisch Gmünd. Ein anderer Rhythmus, eine andere Brotphilosophie: Das will Bäckermeister Hilmi Soydan jetzt am Eingang zum Gmünder Marktplatz in der Bocksgasse 5 realisieren. Dort startet er Anfang Juli mit der Bäckerei „Brotkruste“ und füllt damit auch einen Leerstand im Gebäude gegenüber der Johanniskirche. Inzwischen haben die Ausbauarbeiten begonnen.

Hilmi Soydan ist seit elf Jahren Bäckermeister, war in Firmen in und um Schwäbisch Gmünd tätig und hat sich jetzt für die neue Form der Bäcker-Selbstständigkeit entschieden. „Die herkömmlichen Arbeitszeiten sind mit Familie und gesellschaftlichen Bindungen nicht zu realisieren“, sagt er. Eine Dokumentation im SWR-Fernsehen hat ihn zum jetzigen Schritt ermuntert. In Speyer gibt es eine Bäckerei, die später öffnet, die Backstube erst um 7 Uhr aktiviert und sich auf gesundes Brot spezialisiert. „So etwas brauchen wir auch in Schwäbisch Gmünd“, sagte sich Hilmi Soydan, der das neue Geschäft mit seiner Frau Bettina Soydan führen wird – mit Ladenöffnungszeiten von 9 bis 17 Uhr. In der Bocksgasse läuft der komplette Betrieb ab, vom Teig bis zum Verkauf. Kundinnen und Kunden können dem Bäcker über die Schulter schauen.

Er wird ausschließlich Bio-Brot anbieten, Sauerteigbrote, deren Teig 20 oder mehr Stunden reift. Da brauche es keine Hefe, keine zugefügten Enzyme. Für viele Menschen sei das auch verträglicher. Sechs bis sieben Brotsorten soll es geben, am Nachmittag auch einige süße Stückchen und über die Mittagszeit zusätzlich Salzkuchen und Pizzaschnitten – alles „to go“, wie Hilmi Soydan sagt. Und wenn die „Brotkruste“ am frühen Abend schließt, bleibt Zeit fürs Familienleben mit Frau und zwei Kindern. Kuno Staudenmaier

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