Abschied vom Dottergelb der 70er

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Mitglieder des Ausschusses für Bildung und Finanzen im Kreistag besichtigen das Berufsschulzentrum in Gmünd, das bis 2023 für rund 41 Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht wird.
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Der Ostalbkreis saniert das Berufsschulzentrum Schwäbisch Gmünd für 41 Millionen Euro. Kreisräte besichtigen die Baustelle. In Kürze ist Halbzeit.

Schwäbisch Gmünd

Für Außenstehende ist es gefühlt eine einzige große Baustelle, für Insider, Lehrkräfte und Schüler, ein Ort, an dem sie immer noch Unterrichtsräume finden. Es geht um das Berufsschulzentrum Schwäbisch Gmünd, das derzeit grundlegend saniert wird, dabei den 70er-Jahre-Charme und die dottergelbe Farbe hinter sich lässt. An diesem Dienstag besichtigte der Ausschuss für Bildung und Finanzen des Kreistags die Schule, die bis 2023 für rund 41 Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht wird.

Einige fertig renovierte Räume bekamen die Ausschussmitglieder schon zu sehen, sie liegen vor allem im Bereich der Gewerblichen Schule. Deren Chefin Sabine Fath freut sich über die neue Raumatmosphäre, „man fühlt sich wie in einem Neubau“, sagt sie. Auch Landrat Dr. Joachim Bläse ist beeindruckt. Von der Baustelle, aber auch vom Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kreisverwaltung wie von den Lehrerinnen und Lehrern. Carina Stephan und Anne-Katrin Stifani bilden die Nahtstelle zwischen Landratsamt, Architekt Wolfgang Teuchert und Schule. Schülern und Lehrern bleibt nichts erspart. So müssen unter anderem die Innenhöfe mit saniert werden, alle umgeben von Klassenräumen. „Dann kommt es schon mal vor, dass Bagger durchs Schulgebäude fahren, um den Aushub nach draußen zu bringen“, meint Corina Stephan. Alle 3300 Schüler sind irgendwie involviert, müssen zu gegebener Zeit vom Schulgebäude in die Modulanlage umziehen – und später wieder zurück. Allein in den vergangenen Wochen haben Lehrkräfte unzählige Umzugskisten gepackt. Zum Ausgleich gibt es Lichtblicke: Jens-Peter Schuller, Schulleiter der Agnes-von-Hohenstaufen-Schule, berichtet von der bevorstehenden Halbzeit auf der Baustelle, „dann können wir ein 'Bergfest' feiern“. Bei der Sanierung geht es nicht nur um Optik und gesünderes Raumklima, sondern auch um die aktualisierte Technik, in Chemieräumen ebenso wie bei den Goldschmieden. Auf diese Räume freut sich Dr. Joachim Bläse ganz besonders und Sabina Fath spricht vom Schmuckkästchen, in dem die Meister ausgebildet werden. Neben Pforzheim ist Schwäbisch Gmünd einziger Standort für diese Ausbildung in Baden-Württemberg. Wie kaum eine andere Fachrichtung treffen dabei moderne Technik und Tradition aufeinander. Handwerkszeug oder auch Abzugshauben werden übernommen.

Die Räte sind beeindruckt von der Präzision der Umbauarbeiten, Georg Ruf schätzt es, dass man im Zeitplan geblieben ist und interessiert sich dafür, was mit den Modulbauten nach Abschluss der Sanierungsarbeiten passieren wird. Der Landrat stellt sich vor, „die Module für andere Eventualitäten zu behalten“. Dabei denkt er auch an die Pädagogische Hochschule, an der ein Standortkonzept Auswirkungen auf den Lehrbetrieb haben könnte. Verzögerungen durch Materialengpässe erwartet Dr. Joachim Bläse derzeit nicht. Das benötigte Material sei immer früh bestellt worden, größtenteils auch schon geliefert. Weil alle vier Bauabschnitte in einem Paket ausgeschrieben wurden, konnten auch die Einheitspreise auf vier Jahre festgeschrieben werden. 99 Prozent aller Leistungen sind vergeben. Die Digitalisierung ist am Berufsschulzentrum schon umgesetzt. Zwei Glasfaserleitungen erreichen die Schulgebäude. Mit einer Leistung von 10 Gbit/sec sollen alle Nutzer ohne Verzögerungen auf das Netz zugreifen können.

Man fühlt sich wie in einem Neubau.“

Sabine Fath,, Schulleiterin

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